Es rappelt im Edelmetallkeller: Gold und Silber, die glamourösen Diven unter den Rohstoffen, haben offenbar beschlossen, mal richtig abzuspecken. Nach monatelangem Höhenflug und Glanz in der Investmentwelt heißt es jetzt: Runter vom Thron und rein in die Kursdelle.
Der Goldpreis zeigte sich heute früh überraschend bescheiden – man könnte fast sagen: schüchtern. Eine Feinunze (ca. 31 Gramm oder ein sehr schwerer Ohrring) rutschte im frühen Handel um bis zu acht Prozent auf schlappe 4.500 US-Dollar ab. Am Freitag war das glänzende Metall schon um neun Prozent gefallen. Offenbar leidet Gold derzeit unter Höhenangst.
Damit ist das frisch polierte Rekordhoch von 5.595 Dollar vom Donnerstag bereits Geschichte – und zwar eine, an die sich Gold nur ungern erinnert. Ganze 1.100 Dollar hat es seither verloren, was fast ein Fünftel seines Wertes ausmacht. Wer also letzte Woche noch dachte, er sei reich – nun ja, vielleicht wenigstens innerlich.
Silber crasht – aber stilvoll
Silber hingegen nimmt das mit dem „Crash“ sehr ernst und geht volles Risiko: Heute früh fiel der Preis um weitere 15 Prozent auf 72,79 Dollar. Zur Erinnerung: Das Rekordhoch lag bei 121,65 Dollar. Rechnet man die Verluste der letzten Tage zusammen, landet man irgendwo zwischen „Autsch“ und „Silber ist das neue Blech“.
Freitag ging’s nämlich schon steil bergab: Zwischenzeitlich 36 Prozent Minus, zum Handelsende dann immerhin „nur“ minus 26 Prozent. Wahrscheinlich hat sich Silber kurz überlegt, ob es nicht einfach ganz vom Markt verschwindet und als Modeschmuck neu anfängt.
Fazit: Nicht alles, was glänzt, ist krisenfest
Ob es sich um eine gesunde Korrektur, eine spontane Edelmetall-Midlife-Crisis oder eine plötzliche allergische Reaktion auf Rekorde handelt – niemand weiß es so genau. Fest steht nur: Wer sich diese Woche ein goldenes Sparschwein gekauft hat, hat jetzt vielleicht ein besonders teures Deko-Objekt mit nostalgischem Wert.
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