Rom hat viele Wunder gesehen – aber ein Engel mit dem Gesicht von Giorgia Meloni? Das ist selbst für italienische Verhältnisse eine ziemlich himmlische Überraschung.
In der ehrwürdigen Basilika San Lorenzo in Lucina, einer Kirche älter als der durchschnittliche Parteienstreit im Parlament, wurde ein Engel nach einer Restaurierung mit dem Gesicht der Premierministerin „gesegnet“. Und als wäre das noch nicht genug: Der geflügelte Meloni-Engel hält eine Schriftrolle mit dem Umriss des italienischen Stiefels in der Hand. Ob das patriotisch gemeint war oder eher ein Modehinweis auf die nächste Schuhkollektion, bleibt unklar.
Die Reaktionen? Himmlisch hitzig. Das Kulturministerium schickte sofort Denkmalschützer los, das Bistum will „die Angelegenheit vertiefen“ (was nach kirchlichem Sprachgebrauch etwa so entspannt klingt wie „das Jüngste Gericht einberufen“), und die Opposition ist – wie üblich – empört.
Wer war’s? Ein Sakristan mit Farbsinn und politischer Ader namens Bruno Valentinetti. Ehrenamtlich tätig, handwerklich begabt und angeblich Fan der Rechten. Früher soll er für Berlusconi gewerkelt haben – was in Italien wohl der Ritterschlag für dekorative Eigeninterpretation ist.
Meloni selbst? Hat Humor. Auf Instagram postete sie das Bild samt Lach-Emoji und schrieb: „Nein, ich sehe definitiv nicht wie ein Engel aus.“ Nur wenig später fragten sich viele: Ist das jetzt ihre Version vom europäischen Trump? Der ließ sich schließlich auch schon mit Engelsflügeln malen – wenn auch meistens in seinem eigenen Golfclub.
Aber zurück zur Frage: Darf ein Engel politisch sein? Oder gar ironisch? Und wenn ja – wieso nicht gleich das ganze Kabinett als himmlischen Chor an die Decke pinseln?
Fazit: In Rom wurde ein bisschen zu viel restauriert – oder ein bisschen zu wenig nachgedacht. Bleibt nur die Frage: Wird jetzt jeder restaurierte Heilige auf Parteibuch geprüft? Und: Wer malt als Nächstes Macron als Erzengel oder Olaf Scholz als cherubinische Steuerkraft?
Der Himmel hat jedenfalls Humor. Und Italien? Eh immer schon.
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