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Ghislaine Maxwell verweigert Aussage vor US-Kongress – Debatte um Epstein-Fälle spitzt sich zu

Clker-Free-Vector-Images (CC0), Pixabay
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Ghislaine Maxwell, die wegen ihrer Rolle im Missbrauchsskandal um Jeffrey Epstein verurteilte Komplizin, hat am Freitag die Aussage vor dem US-Kongress verweigert. Die ehemalige britische Society-Figur und enge Vertraute Epsteins berief sich auf ihr Recht, sich nicht selbst zu belasten – den fünften Verfassungszusatz der USA –, als sie vor dem Ausschuss für Aufsicht und Regierungsreform erscheinen sollte.

Maxwell, die derzeit eine 20-jährige Haftstrafe verbüßt, war vom Ausschuss vorgeladen worden, um Fragen zu möglichen weiteren Mitwissern und Beteiligten an Epsteins Missbrauchsnetzwerk zu beantworten. Noch im Juli hatte sie dem stellvertretenden Generalstaatsanwalt Todd Blanche Rede und Antwort gestanden – doch nun schweigt sie. Der demokratische Abgeordnete Robert Garcia aus Kalifornien reagierte mit der Frage: „Wen schützt sie?“

Geheime Namen, Millionen Dokumente – die „Epstein Files“

Parallel zur verweigerten Aussage Maxwells öffnete das US-Justizministerium erstmals seine Archive: Abgeordnete dürfen seit Freitag Millionen bislang unveröffentlichter Dokumente aus dem Epstein-Komplex einsehen. Diese Transparenz ist Teil des neu verabschiedeten „Epstein Files Transparency Act“, mit dem der Kongress Licht in das bislang weitgehend im Verborgenen liegende Netzwerk rund um den verstorbenen Sexualstraftäter bringen will.

Zwar wurden bereits einige Millionen Akten öffentlich gemacht – jedoch wurden Namen von mutmaßlichen Opfern und juristische Bewertungen weiterhin geschwärzt. Kritiker fürchten, dass damit auch mögliche Täter oder Mitwisser geschützt werden.

Polit-Prominenz im Fokus

In den bisher zugänglichen Dokumenten tauchen unter anderem Fotos und Vermerke über Donald Trump und Bill Clinton auf. Beiden wurden bisher keine strafbaren Handlungen nachgewiesen, doch die öffentliche Diskussion über politische Verstrickungen nimmt Fahrt auf. Auch Hillary Clinton, ehemalige US-Außenministerin und Präsidentschaftskandidatin, wird voraussichtlich noch im Februar vor dem Ausschuss aussagen.

Die Abgeordneten Thomas Massie (Republikaner, Kentucky) und Ro Khanna (Demokraten, Kalifornien), die den Transparenzgesetzesentwurf mitgetragen hatten, kündigten an, die gesichteten Akten notfalls eigenständig zu veröffentlichen, sollte das Justizministerium weiter zögern. Massie rief seine Follower in den sozialen Medien dazu auf, Hinweise und Recherchen zu liefern.

Was Ghislaine Maxwell hätte sagen sollen

Obwohl Maxwell schwieg, veröffentlichte Abgeordneter Khanna die Fragen, die er ihr stellen wollte. Darunter: Wer sind die vier Mitverschwörer und 25 Männer, die laut einer früheren Gerichtsakte geheime Absprachen trafen, um einer Anklage zu entgehen? Und warum wurde gegen diese Personen nie ermittelt?

Ghislaine Maxwell hat hunderte junge Mädchen missbraucht und versklavt“, schrieb Khanna auf X (ehemals Twitter). „Ich werde nicht ruhen, bis wir Antworten haben – und bis die Überlebenden Gerechtigkeit erfahren.“

Hintergrund: Jeffrey Epstein
Der Finanzier Jeffrey Epstein war wegen umfangreichen sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen angeklagt worden. Er starb 2019 unter umstrittenen Umständen in Untersuchungshaft. Seitdem sorgen mögliche Netzwerke und Verbindungen zu einflussreichen Persönlichkeiten weltweit für Spekulationen.

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