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GGMT Revolution Vertriebs GmbH und die TGI AG

mary1826 (CC0), Pixabay
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Hier ist eine kritische Analyse der Bilanz der GGMT Revolution Vertriebs GmbH (Stichtag: 30.09.2024) unter besonderer Berücksichtigung ihrer Verbindung zur TGI AG in Liechtenstein – und mit dem Fokus auf potenzielle Risiken für Anlegerinnen und Anleger:

Kritische Bilanzanalyse: GGMT Revolution Vertriebs GmbH – Was steckt hinter dem „Revolutions“-Versprechen?

1. Der große Sprung – oder ein buchhalterisches Strohfeuer?

Die GGMT Revolution Vertriebs GmbH meldet zum 30.09.2024 ein Eigenkapital von über 3,3 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch ein Bilanzverlust von über 5,2 Millionen Euro ausgewiesen war. Ein Turnaround in dieser Größenordnung wäre bemerkenswert – wenn er nicht fast vollständig auf eine einmalige Umbuchung zurückzuführen wäre.

👉 Im Anhang der Bilanz wird deutlich: Sämtliche Kundenverträge wurden im Geschäftsjahr 2023/2024 plötzlich gewinnwirksam realisiert, weil das „Geschäftsmodell samt Rechte und Pflichten von einer AG in Liechtenstein übernommen“ wurde.
Das ist keine klassische Geschäftsentwicklung, sondern eine künstliche Bilanzsanierung durch Buchungstricks.

Fazit: Die positiven Zahlen täuschen über die operative Ertragskraft hinweg. Die realen wirtschaftlichen Risiken wurden nicht reduziert – nur anders dargestellt.


2. Der Liechtenstein-Transfer: Die Spur zur TGI AG

Im Kleingedruckten der Bilanz findet sich der entscheidende Hinweis:

„Das Geschäftsmodell wurde von einer AG in FL (Fürstentum Liechtenstein) samt Rechten und Pflichten übernommen.“

Damit rückt die TGI AG aus Liechtenstein ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Diese Gesellschaft ist in der Vergangenheit immer wieder im Zusammenhang mit risikobehafteten Vermögensanlagen in Erscheinung getreten. Ein derartiger Modelltransfer ist hochproblematisch, denn:

  • Es bleibt völlig unklar, welche „Pflichten“ tatsächlich übernommen wurden.
  • Anleger, die einst bei der TGI AG investiert haben, könnten sich nun ungewollt in einer neuen Gesellschaft wiederfinden, deren rechtliche Rahmenbedingungen in Österreich deutlich andere Schutzstandards bieten als in Liechtenstein.
  • Die Transparenz über die eigentliche wirtschaftliche Substanz fehlt.

3. Vorsicht bei Gesellschafterdarlehen: 2,25 Millionen Euro an die Geschäftsführer

Noch brisanter ist folgender Passus:

Vorschüsse und Kredite an Geschäftsführer: EUR 2.253.599,30
Zinsen: 104.531,85 EUR – davon im Geschäftsjahr zurückgezahlt: 0,00 EUR

Das heißt: Mehr als zwei Millionen Euro wurden an die Geschäftsführung als Darlehen vergeben, ohne erkennbare Rückzahlung im Berichtszeitraum. Damit fließt ein erheblicher Teil der liquiden Mittel (2,7 Mio. EUR) nicht in den Geschäftsbetrieb, sondern in private Finanzierungen des Managements.

Fazit:
Für Anleger entsteht hier ein doppeltes Risiko:

  • Die Liquidität der Firma wird geschwächt.
  • Die Rückführung dieser Darlehen ist ungewiss – zumal es sich um eine Gesellschaft mit gerade einmal sechs Mitarbeitenden handelt.

4. Keine Vorräte mehr – aber 5,3 Mio. Euro Umlaufvermögen?

Im Vorjahr hatte die Gesellschaft Vorräte in Höhe von 47 Millionen Euro, nun stehen dort exakt 0 Euro. Die Differenz ging offenbar in die Umbuchungen ein, welche die Bilanz 2024 „aufpolieren“.

Diese abrupte Entwertung bzw. Umwidmung eines derart großen Aktivpostens lässt Zweifel aufkommen, ob die früheren Bilanzwerte überhaupt belastbar waren.

⚠️ Was bedeutet das für Anleger?

Die GGMT Revolution Vertriebs GmbH präsentiert sich bilanziell plötzlich gesund – aber nur durch einen buchhalterischen Kraftakt im Zusammenhang mit der TGI AG Liechtenstein. Es handelt sich hierbei nicht um einen erwirtschafteten Unternehmensgewinn, sondern um eine buchhalterisch realisierte Verschiebung von Altverbindlichkeiten und Zahlungen, die bisher „nur“ Anzahlungen waren.

Besonders kritisch:

  • Anleger könnten glauben, sie investierten in ein profitables Unternehmen. In Wahrheit wurden Risiken lediglich umetikettiert.
  • Die Vergabe von Millionenbeträgen an Geschäftsführer lässt Fragen zur Mittelverwendung offen.
  • Die tatsächliche Werthaltigkeit der Forderungen und der Umsätze bleibt ungeprüft.
  • Eine enge Verbindung zur TGI AG – einer intransparenten Gesellschaft aus Liechtenstein – wirft grundsätzliche Vertrauensfragen auf.

🛑 Fazit: Glanz ohne Substanz?

Die GGMT Revolution Vertriebs GmbH zeigt auf dem Papier beeindruckende Zahlen – doch bei näherem Hinsehen handelt es sich eher um eine Bilanzillusion als um ein nachhaltiges Geschäftsmodell. Anleger sollten äußerst vorsichtig sein und sich nicht von vermeintlich positiven Eigenkapitalwerten täuschen lassen. Die Verbindung zur TGI AG ist ein Alarmsignal – und sollte bei jeder Anlageentscheidung in diesem Umfeld kritisch mitbedacht werden.

 

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