Bremer:
Herr Högel, ich freue mich, dass Sie sich der Sache im Interesse der Anleger annehmen. Wie Sie wissen, ist der Vorgang rund um Life Forestry äußerst ungewöhnlich. Umso wichtiger ist es, dass wir gemeinsam konkrete Schritte unternehmen, um Schaden von den Investoren abzuwenden.
Högel:
Vielen Dank, Herr Bremer. In der Tat habe ich mir den Fall eingehend angeschaut, und ich stimme Ihnen zu: Es handelt sich um einen komplexen, grenzüberschreitenden Sachverhalt. Wenn wir tatsächlich etwas für die Anleger erreichen wollen, müssen wir es mit Strukturen und Personen aufnehmen, die sich überwiegend im Ausland befinden.
Bremer:
Das macht die Sache nicht einfacher.
Högel:
Richtig. Mein vorrangiges Ziel als Vertreter der Mandanten ist es natürlich, einen möglichen Kapitalverlust so gering wie möglich zu halten. Dazu wird es unumgänglich sein, in die Länder zu reisen, in denen die Bäume gepflanzt wurden – und gegebenenfalls auch zukünftig geerntet werden können.
Bremer:
Was steht dabei konkret im Fokus?
Högel:
Ich werde besonders darauf achten, dass das eingeschlagene Holz zu marktüblichen Preisen verkauft wird und die Erlöse daraus ohne unnötige Verzögerung an die Anleger zurückgeführt werden. Dafür werde ich vor Ort eine erfahrene, internationale Beratungsgesellschaft hinzuziehen – eine, die mit den lokalen Gegebenheiten vertraut ist und sich im dortigen Markt auskennt. Diese Gesellschaft kann nicht nur den Holzverkauf professionell begleiten, sondern auch sicherstellen, dass die Einnahmen auf die Konten der Gesellschaft transferiert werden. Von dort aus kann dann ein vom Gericht bestellter Liquidator die Verteilung an die Anleger vornehmen.
Bremer:
Das klingt nach einem durchdachten Plan – und vor allem: realistisch. Wir sammeln derzeit Gelder innerhalb der Interessengemeinschaft, um genau solche Maßnahmen zu finanzieren.
Högel:
Das halte ich für absolut sinnvoll. Es ist wichtig, dass die Mandatskosten für jeden Einzelnen so gering wie möglich bleiben. Es darf keine Frage des Geldes sein, ob jemand seine rechtlichen Interessen wahrnehmen lassen kann.
Bremer:
Werden Sie sich darüber hinaus noch weiter mit dem Vorgang beschäftigen?
Högel:
Natürlich. Parallel zur Vorbereitung der operativen Schritte werde ich mit meinen Kolleginnen und Kollegen den gesamten Vorgang einer vertieften rechtlichen Prüfung unterziehen. Voraussetzung ist natürlich, dass mir endlich Zugang zu den entscheidenden Unterlagen gewährt wird – etwa Pflanzungsvereinbarungen, Bewirtschaftungsverträge und andere relevante Dokumente, die mir bisher nicht vorlagen.
Bremer:
Das wird sicher bald geschehen. Vielen Dank für Ihre klare Position und Ihr Engagement im Namen der Anleger, Herr Högel.
Högel:
Gerne. Ich sehe es als meine Aufgabe, hier mit Sachverstand und Entschlossenheit vorzugehen – und zwar im besten Interesse der Mandanten.
Gemeinsame Klarstellung zur operativen Begleitung, zur Rolle der Einzelmandate
Im Zusammenhang mit der Diskussion um die Interessengemeinschaft, die operative Begleitung durch Herrn Rechtsanwalt Högel und die rechtliche Betreuung einzelner Anleger ist eine zusammenhängende Einordnung erforderlich.
1. Kein Gegensatz – sondern arbeitsteilige Strategie
Es gibt keinen Widerspruch zwischen:
• organisatorischer Bündelung durch die IG,
• operativer Begleitung der Holzverwertung vor Ort,
• rechtlicher Betreuung gebündelter Einzelmandate.
Im Gegenteil:
Die Situation ist so komplex und international verzahnt, dass nur eine arbeitsteilige Struktur sinnvoll ist.
Bremer → organisatorische Koordination
Högel → operative Begleitung der Verwertung
Reime → rechtliche Einordnung und einzelvertragliche Absicherung
Das ist Ergänzung – kein Wettbewerb.
2. Die operative Verwertung betrifft jeden Einzelvertrag
Die geplante Kontrolle der Holzverkäufe und Erlöse ist ausdrücklich sinnvoll. Aber:
Die Auswirkungen treffen jeden Anleger individuell. Denn für jeden Vertrag stellen sich Fragen wie:
• Welche konkrete Fläche ist betroffen?
• Welche Bäume sind vertraglich zugeordnet ?
• Welche Laufzeit gilt?
• Welche Kostenregelungen greifen?
• Nach welchem Schlüssel erfolgt die Erlösverteilung?
Die operative Maßnahme ist kollektiv organisiert – die rechtliche Zuordnung erfolgt einzelvertraglich.
Deshalb bleibt eine individuelle Prüfung erforderlich.
3. Das Konkursamt ist faktisch nicht in der Lage, die operative Rettung zu organisieren
Das Konkursamt kann nur vorhandene Masse verwalten. Wenn keine ausreichenden Mittel vorhanden sind, kann es:
• keine internationalen Reisen finanzieren,
• keine Marktpreisprüfung vor Ort durchführen,
• keine komplexe Vertragszuordnung leisten,
• keine operative Verwertung steuern.
Es verteilt, was vorhanden ist. Es organisiert keine internationale Rettungsstrategie & -mission.
4. Life Forestry selbst kann keine Einzelbetreuung und -beratung mehr leisten
Angesichts der finanziellen Lage ist es realistisch nicht möglich, dass Life Forestry:
• individuelle Vertragsanalysen und eventuelle Anpassungen erstellt,
• einzelvertragliche Erlösberechnungen vornimmt,
• persönliche Rechtsauskünfte erteilt,
• vertragsspezifische Aufarbeitung leistet.
Die Mittel und die Struktur dafür existieren nicht mehr.
5. Warum Asset- und Vertragsprüfung notwendig bleibt
„Ich brauche kein Asset Tracing“ ist verständlich – aber juristisch riskant. Es geht nicht um Misstrauen, sondern um:
• Nachvollziehbarkeit von Zahlungsflüssen,
• Kontrolle der Erlösverteilung,
• Sicherstellung marktgerechter Verkaufspreise,
• transparente Zuordnung.
Die operative Begleitung erzeugt zusätzliche rechtliche Fragen – sie ersetzt die rechtliche Prüfung nicht.
6. Warum das nicht kostenlos oder für symbolische Beträge möglich ist Internationale Strukturarbeit umfasst:
• Auslandsreisen,
• Einschaltung spezialisierter Beratungsgesellschaften,
• juristische Prüfung unterschiedlicher Rechtsordnungen,
• Vertragsanalyse,
• Erlöszuordnungsprüfung,
• Abstimmung mit Liquidationsorganen.
Das ist aufwendig. Es ist weder ehrenamtlich noch für „um die hundert Euro“ seriös umsetzbar.
Professionelle Arbeit – juristisch wie operativ – erfordert professionelle Finanzierung.
7. Das strategische Gesamtziel
Das Maximalziel ist:
a) Holzverwertung professionell begleiten,
b) Erlöse marktgerecht sichern,
c) Transparente Zuführung gewährleisten,
d) Einzelvertraglich korrekt zuordnen,
e) Rechtliche Optionen offenhalten.
Wer nur auf die operative Verwertung setzt, riskiert bei unzureichendem Erlös ohne Absicherung dazustehen.
Wer nur auf juristische Theorie setzt, ohne operative Kontrolle, riskiert wirtschaftliche Nachteile.
Deshalb ist die Kombination entscheidend.
8. Fazit
• Die IG ist wichtig.
• Die operative Begleitung ist richtig.
• Die rechtliche Einzelprüfung und Anpassung bleibt notwendig.
• Das Konkursamt kann mangels Mittel keine Rettungsstrategie finanzieren.
• Life Forestry kann keine individuelle Betreuung leisten.
• Seriöse internationale Arbeit ist nicht zum Symbolpreis möglich.
Die Situation verlangt Sachlichkeit, Struktur und professionelle Koordination – nicht Polarisierung.
Das klingt alles für mich auch sehr sinnvoll. Die Aussagen und Ziele zur Interessengemeinschagt und auch die Aussagen von Herrn Högel halte ich für vertrauenswürdig.
Was sich für mich leider nicht stimmig anfühlt, ist hingegen ist das Schreiben, des Rechtsanwalts Reime, dass sich hinter dem Brief der Interessengemeinschaft versteckt und im Stiele der Abmahnungsanwälte in reißerischer Aufmachung gleichmal 600 € fordert für die vergleichbare Maßnahmen für die die Interessengemeinschaft und Herr Högel hier steht. Eigentlich geht Herr Högel viel konstruktiver an die Sache heran.
Auch vorangegangene Aussagen von Herrn Reime in Beiträgen auf diesem Portal suggerieren nicht, dass er wirklich auf das strategische Maximalziel abzielt, nämlich die Verwertung der Bäume, sondern eher Angst schührt. Um dann mit juristischen Spielchen und den 600 € pro Person, eher diese Ziel gefährdet.
Ich brauche kein Assett Tracing und mein individueller Beteiligungsachverhalt muss auch nicht erfasst werden.
Das sind alles Dinge die sollten ja sowohl bei Life Forestry vorliegen wie auch beim Konkursamt. Einen Antrag auf Aussonderung hatte ich dort ja entsprechend meine Bäume gestellt.
Ich lann jedem Betroffenen nur den Rat geben, sich der Interessengemeinschaft anzuschließen, denn es dürfte der einuige Weg sein etwaserreichen zu können. Ein persönliches Gespräch mit Thomas Bremer, hat mich dann endgültig überzeugt.