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Geldanlage:Die Kontrollfalle

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lauben Sie, dass Sie den Lauf der Dinge beeinflussen können? Wahrscheinlich nicht, wenn diese außerhalb Ihres Wirkungsbereichs liegen. Ganz schnell kommt da jedoch die Frage auf: Wo endet eigentlich der Wirkungsbereich jedes einzelnen? Viele Anleger geben sich dem Gefühl hin, sie könnten ihren Anlageerfolg beeinflussen, wenn sie ihre Anlageentscheidungen völlig frei treffen können. Man kann diesen Effekt Kontrollillusion nennen.

Dass es sich dabei tatsächlich nur um eine Illusion handelt und nicht wirklich um echte Kontrolle, zeigt ein Beispiel aus der Welt derer, die ihr Geld mit Anlageentscheidungen verdienen: der der Fondsmanager nämlich. Hier zeigt sich, dass so genannte aktiv gemanagte Fonds – also solche, die mit gezielten Anlageentscheidungen von Fondsmanagern gesteuert werden – keineswegs immer bessere Renditen erzielen als Indexfonds, die einfach einen Index wie beispielsweise den DAX nachbilden. Studien zeigen, dass nur fünf Prozent der aktiv gemanagten Fonds einen Vergleichsindex drei Mal in Folge schlagen konnten. Denn auch Experten und Fondsmanager haben keine Möglichkeiten, den Kapitalmarkt zu steuern. Auch sie sitzen einer Illusion auf, wenn sie meinen, durch „geschickte Schachzüge“ Anlagen zu kaufen und verkaufen führt zum Erfolg. Mit echter Kontrolle hat das nichts zu tun, höchstens mit etwas Glück und manchmal einem guten Riecher und den richtigen Informationen. Für den normalen Anleger birgt die Kontrollillusion lediglich die Gefahr, zu aktiv zu sein und durch ständiges Kaufen und Verkaufen letztlich den Gewinn zu schmälern – auch wenn man dabei das gute Gefühl hat, die Kontrolle zu bewahren.

Die Psychologie:

Der Wunsch nach Kontrolle ist ein überaus menschlicher Zug. Die damit verbundene Illusion, diese Kontrolle haben zu können, allerdings auch. Ein Experiment mit Fondssparern von William Goetzmann ergab, dass Anleger ihre Chancen besser einschätzen, je mehr sie selbst entscheiden können. Eine Gruppe Sparer durfte einen Fonds frei auswählen, die Gegengruppe bekam einen zugewiesen. Beide Gruppen überschätzten im Nachhinein ihre Gewinne. Allerdings überschätzten diejenigen Anleger ihre Gewinne weitaus stärker, die selbst die Wahl hatten. Wer also seine Anlagen selbst aussucht, die Kursentwicklungen verfolgt und selbständig Entscheidungen zum Verkauf und zur Umschichtung trifft, hat deutlich stärker das Gefühl, die Kontrolle über den Verlauf zu haben und besser damit zu fahren – auch wenn das faktisch nicht der Fall ist. In der Regel werden die Anleger auch versuchen, dieses Gefühl der Kontrolle zu bewahren, indem sie viel Aktivität walten lassen. Auch wenn diese Aktivität ihnen eher Nachteile als Vorteile bringt.

Der Ratschlag:

„Hin und Her macht Taschen leer“ ist eine alte Börsenwahrheit, die Sie berücksichtigen sollten. Wenn Sie einmal eine Anlageentscheidung getroffen haben, sollten Sie sich nicht ständig umentscheiden, sondern bei Ihrer Entscheidung bleiben. Denn ständige Transaktionen kosten Sie nur unnötig Gebühren für Kauf und Verkauf.
Damit Sie nicht ständig umschichten müssen, um sich in (falscher) Sicherheit zu wiegen, stellen Sie Ihr Portfolio lieber gleich so auf, dass es ausreichend diversifiziert ist. Mischen Sie die Anlagen und machen sie sich vor der Anlage ausreichend Gedanken, dann sparen Sie sich kostspielige Transaktionen, die Ihnen nur scheinbar das Gefühl von Kontrolle geben.
Akzeptieren Sie, dass Sie den Markt nicht austricksen und auch nicht beeinflussen können. Dass Sie die Kontrolle haben können ist nur in sehr begrenztem Umfang möglich – und zwar insofern, dass Sie Marktschwankungen hinnehmen und durch Diversifikation etwas abmildern können. Mehr Kontrolle geht leider nicht.

Quelle,VBZ NRW

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