Pünktlich zum langen Labor-Day-Wochenende meldet sich die Natur zurück – mit ihrer eigenen Urlaubsplanung: Ein neues tropisches Wellenbündel schickt sich an, vom afrikanischen Festland in Richtung Atlantik zu rollen. Ziel: irgendwo zwischen „möglicherweise ein bisschen Wind“ und „wir nennen es lieber gleich Gabrielle“.
Das Nationale Hurrikanzentrum, gewohnt sachlich im Ton, vergibt derzeit eine 30-prozentige Chance auf Sturm-Action innerhalb der nächsten sieben Tage. Ein bisschen wie Wetterroulette – aber mit nassen Konsequenzen. Die Chancen, dass sich Gabrielle bald auf den Wetterkarten breitmacht, stehen also gut – und irgendwo in Florida googelt bereits jemand nervös „Was tun bei Sturm mit G?“.
Gabrielle wäre Nummer sieben der 2025er Sturmparade. Zur Einordnung: Im 30-Jahres-Schnitt taucht der siebte Sturm so um den 3. September herum auf. Die Statistik sagt also: Alles im Plan. Nur eben der der Natur, nicht unbedingt der Strandurlauber.
Die Erinnerung an Erin, die bisher einzige Hurrikan-Diva dieser Saison, ist noch frisch: Sie störte nicht nur das Badevergnügen an der Ostküste, sondern auch die Freizeit von Schildkröten und mindestens drei unvorsichtigen Schwimmern. Ein Boot ging verloren, ein Mann wird noch vermisst – aber Hauptsache, die Küsten waren gut durchgespült.
Währenddessen hat NOAA auch noch Tipps parat – freundlich formuliert, aber mit leichtem Endzeitflair:
Jetzt schon Vorräte kaufen, bevor alle anderen es tun.
Haus versichern, aber bitte nicht morgen – heute, wegen 30 Tage Wartezeit (Bürokratie hat immer Sturmfrei).
Familienkommunikationsplan erstellen – damit man im Chaos weiß, wen man zuerst anschreit.
Ach ja, und: Bäume stutzen. Rollläden sichern. Fensterglas verstärken. Oder, wie man in Florida sagt: Dienstag.
Besonders beruhigend ist die Vorhersage, dass sich ab dem 10. September die Sturmgefahr deutlich erhöht. Das ist exakt der Zeitpunkt, an dem die Saison erfahrungsgemäß ihren Höhepunkt erreicht. Also keine Sorge: Wenn Gabrielle noch zögert, kommen Helene, Milton oder was sonst auf der Liste steht sicher noch vorbei.
Bleibt also nur zu hoffen, dass der Atlantik sich dieses Jahr nicht zu sehr ins Zeug legt. Aber falls doch, ist ja wenigstens Gabrielle ein schöner Name für das, was da kommt. Klingt fast wie eine französische Sängerin – leider singt sie nicht, sie pfeift. Und zwar durch die Dachrinne.
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