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Fusion von Capital One und Discover rückt näher – US-Behörden geben grünes Licht

Mohamed_hassan (CC0), Pixabay
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Der geplante Zusammenschluss von Capital One und Discover Financial Services hat am Freitag eine entscheidende Hürde genommen: Die US-Notenbank (Federal Reserve) und das Amt des Währungsprüfers (OCC) genehmigten offiziell die Übernahme. Damit könnte schon bald der größte Kreditkartenanbieter der USA entstehen.

Die milliardenschwere Übernahme in Form eines Aktientauschs war erstmals vor über einem Jahr angekündigt worden. Durch den Deal sichert sich Capital One nicht nur einen deutlich größeren Marktanteil im Kreditkartengeschäft, sondern auch direkten Zugang zum Discover-Netzwerk, über das Zahlungen abgewickelt werden. Das verschafft dem Unternehmen einen strategischen Vorteil gegenüber Mitbewerbern wie JPMorgan Chase, Bank of America oder Citigroup, die keine eigenen Zahlungsnetzwerke betreiben.

Allerdings knüpften die Behörden ihre Zustimmung an Bedingungen: Capital One muss dem OCC einen Plan vorlegen, wie die bestehenden Aufsichtsmaßnahmen gegen Discover Bank adressiert und die daraus entstandenen Schäden behoben werden sollen. Zudem verhängte die Fed gegen Discover eine Strafe in Höhe von 100 Millionen Dollar wegen überhöhter Interbankenentgelte im Zeitraum 2007 bis 2023.

Für Discover-Kunden könnte die Fusion Vor- und Nachteile bringen. Auf der einen Seite könnten sie von einer besseren Akzeptanz ihrer Karten im Einzelhandel profitieren, da Capital One ein deutlich breiteres Händlernetz mitbringt. Auf der anderen Seite besteht die Gefahr steigender Zinssätze, insbesondere weil Capital One traditionell eine größere Zahl von Kunden mit mittleren bis niedrigen Bonitätswerten (Score im 600er-Bereich) bedient – also Kunden, denen oft höhere Zinsen berechnet werden.

Politisch war lange unklar, ob die Übernahme überhaupt realisierbar sein würde. Unter der Biden-Regierung, die eine strengere Wettbewerbspolitik verfolgt, galten die Chancen als gering. Seit dem Wahlsieg von Donald Trump im November 2024 hat sich das regulatorische Umfeld jedoch deutlich verändert: Die neue Regierung verfolgt eine deutlich unternehmensfreundlichere Linie, insbesondere in Bezug auf Fusionen. Das spiegelt sich auch an den Aktienmärkten wider – die Kurse von Capital One und Discover stiegen nach Trumps Sieg merklich an.

Obwohl die Genehmigung durch das Justizministerium (DoJ) noch aussteht, ist nun klar: Die Fusion hat realistische Chancen, zeitnah abgeschlossen zu werden – und könnte den Wettbewerb im US-Kreditkartengeschäft nachhaltig verändern.

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