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Für den guten Zweck: Fast jeder Zweite spendete 2024 – Spendenvolumen steigt deutlich

Uboiz (CC0), Pixabay
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Deutschland hat 2024 eine deutliche Zunahme bürgerschaftlichen Engagements erlebt. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln meldet ein kräftiges Plus bei Spendenbereitschaft und Spendenhöhe. Insgesamt flossen 14 Milliarden Euro an gemeinnützige Organisationen, soziale Projekte, Hilfswerke, Stiftungen und internationale Initiativen. Das entspricht einem Anstieg von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr – und markiert laut IW einen der stärksten Zuwächse der vergangenen Dekade.

Fast jeder zweite Erwachsene spendete – ein ungewöhnlich breiter gesellschaftlicher Trend

Besonders bemerkenswert: Fast 50 Prozent der erwachsenen Bevölkerung haben 2024 Geld gespendet. Das bedeutet, dass sich Spenden nicht nur in höheren Einzelbeträgen, sondern auch in breiterer gesellschaftlicher Beteiligung niederschlagen.

Der durchschnittliche Betrag pro Spenderin und Spender lag bei 415 Euro – ein Plus von 13 Euro gegenüber 2023. Dieser Wert zeigt, dass nicht nur gelegentliche oder Kleinstspenden zugenommen haben, sondern auch substanzielle Einzelbeiträge.

Was treibt die Menschen 2024 zum Spenden an?

Das IW nennt zwar keine expliziten Ursachen, doch mehrere Entwicklungen könnten den Anstieg erklären:

1. Humanitäre Krisen und geopolitische Konflikte

Weltweit prägten kriegerische Auseinandersetzungen, Naturkatastrophen und Hungerkrisen die Nachrichtenlage. Solche Ereignisse führen erfahrungsgemäß zu spontanen und groß angelegten Sammelaktionen.

2. Wachstum digitaler Spendewege

Ein großer Trend bleibt das digitale Spenden:

  • QR-Codes bei Live-Events

  • Spenden per Smartphone

  • Micro-Donations in Apps

  • Spendenaufrufe über Social Media und Livestreams

Diese Niedrigschwelligkeit trägt zunehmend dazu bei, jüngere Zielgruppen zu erreichen.

3. Vertrauensaufbau durch Transparenz

Viele Hilfsorganisationen haben 2024 weiter in Transparenz, Wirkungsberichte und Nachvollziehbarkeit investiert. Das stärkt die Bereitschaft, höhere Summen zu geben.

4. Steigende gesellschaftliche Sensibilität

Themen wie Armut, Energiepreise, Bildungsgerechtigkeit, Kinderhilfe oder Naturschutz standen 2024 stärker im Fokus und erreichten mehr Menschen als noch vor einigen Jahren.

Welche Bereiche profitierten besonders?

Zwar nennt die IW-Analyse keine detaillierte Aufschlüsselung, aber aus Trends der Vorjahre lassen sich Tendenzen ableiten:

  • Humanitäre Auslandshilfe
    (z. B. Erdbeben, Konflikte, Flüchtlingshilfe)

  • Kinder- und Jugendhilfe

  • Gesundheitsorganisationen

  • Umwelt-, Natur- und Tierschutz

  • lokale Projekte und Stiftungen

Auffällig ist, dass Spenden zunehmend zweckgebunden gegeben werden – Menschen wollen wissen, wofür ihr Geld konkret eingesetzt wird.

Deutschland bleibt ein Land der Großspender – trotz wirtschaftlicher Belastungen

Gerade vor dem Hintergrund steigender Lebenshaltungskosten hätte man eher sinkende Spenden vermuten können. Dass das Gegenteil eintritt, zeigt:

  • das starke Vertrauensverhältnis zwischen Bevölkerung und Hilfsorganisationen,

  • die hohe individuelle Bereitschaft zu sozialem Engagement,

  • und einen bemerkenswerten Solidaritätseffekt in Krisenzeiten.

Auch Unternehmen spenden wieder mehr – häufig im Rahmen von ESG-Projekten oder Corporate Social Responsibility.

Ausblick: Wird der Trend 2025 anhalten?

Ob 2025 erneut ein Spendenrekordjahr wird, hängt unter anderem ab von:

  • wirtschaftlicher Entwicklung,

  • erneut möglichen internationalen Krisen,

  • steuerlichen Rahmenbedingungen,

  • und der Innovationskraft der Spendenorganisationen.

Expert:innen gehen jedoch davon aus, dass die Kombination aus digitaler Spendenkultur und gesellschaftlichem Verantwortungsbewusstsein die Spendenbereitschaft weiter stabil auf hohem Niveau halten kann.

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