Während sich die Welt mit Kriegen, Krisen und geopolitischen Spannungen herumschlägt, kämpft Deutschland an einer ganz anderen Front: der Frisurenfront der Bundeswehr. Dort wartet man seit Jahren auf eine neue Dienstvorschrift, die klärt, wie Soldaten und Soldatinnen ihre Haare tragen dürfen – und vor allem, wie nicht.
Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Henning Otte (CDU), findet nun: Es reicht. Schließlich warten die Soldatinnen und Soldaten schon mehr als sieben Jahre auf eine neue Regelung. Sie mussten sich bislang mit einer Vorschrift behelfen, die offenbar noch aus einer Zeit stammt, in der der größte Feind der Bundeswehr vielleicht ein zu langer Pony war.
Auslöser der ganzen Frisuren-Debatte war übrigens ein Stabsfeldwebel, der gerne längere Haare getragen hätte – was für Soldaten verboten war, während Soldatinnen das durften. Das Bundesverwaltungsgericht entschied 2019 zwar gegen ihn, stellte aber fest: Die Regeln müssten überarbeitet werden. Und zwar innerhalb eines „überschaubaren Zeitraums“.
Nun ja. „Überschaubar“ ist offenbar ein dehnbarer Begriff.
Sieben Jahre später wartet die Truppe immer noch darauf, zu erfahren, wie viel Haar militärisch erlaubt ist. Währenddessen hat sich die Welt mehrfach verändert, neue Konflikte sind entstanden – aber die Frage bleibt: Wie lang darf der Haarschnitt der Landesverteidigung eigentlich sein?
Das Verteidigungsministerium erklärt immerhin, man arbeite noch an der neuen Vorschrift. Offenbar handelt es sich um ein besonders komplexes strategisches Projekt. Schließlich müssen militärische Funktionalität und individuelle Bedürfnisse in Einklang gebracht werden – und das bei möglicherweise rebellischen Locken.
Bis dahin bleibt den Soldaten wohl nur eines: Disziplin zeigen. Und hoffen, dass ihre Frisur nicht schneller wächst als die Bürokratie arbeitet.
Kommentar hinterlassen