FOX-News-Moderator Brian Kilmeade hat sich für eine umstrittene Aussage entschuldigt, in der er forderte, obdachlose Menschen, die Hilfe verweigern, sollten von der Regierung getötet werden.
Die Äußerung fiel am 10. September – dem selben Tag, an dem der konservative Aktivist Charlie Kirk bei einem öffentlichen Auftritt in Utah erschossen wurde. Kilmeade hatte sich in der FOX-Sendung „Fox & Friends“ gemeinsam mit Kollegen über die Tötung der ukrainischen Geflüchteten Iryna Zarutska am 22. August in Charlotte, North Carolina, unterhalten. Der mutmaßliche Täter gilt als psychisch krank, war jedoch nicht in Behandlung.
Während ein Co-Moderator meinte, psychisch kranke und obdachlose Menschen sollten aggressiver behandelt und ggf. zwangseingewiesen werden, fügte Kilmeade hinzu:
„Oder per Zwangsinjektion oder so. Einfach umbringen.“
Späte Entschuldigung – scharfe Kritik
Vier Tage später, am 14. September, entschuldigte sich Kilmeade im Sender FOX:
„Ich bin mir natürlich bewusst, dass nicht alle obdachlosen Menschen psychisch krank oder gefährlich sind. Viele von ihnen verdienen unser Mitgefühl.“
Seine Aussage sei „gefühllos“ gewesen, so Kilmeade weiter.
Doch die Kritik bleibt. Rep. Don Beyer, demokratischer Abgeordneter aus Virginia, nannte Kilmeades Aussage „krank“. Auf Social Media schrieb er:
„In den USA leben über eine Million Kinder und Zehntausende Veteranen auf der Straße – viele davon kämpften im Irak oder in Afghanistan. Niemand verdient es, wegen Armut oder Krankheit vom Staat getötet zu werden.“
Liberale Kommentatoren wiesen zudem auf die Doppelmoral hin: Während viele Konservative empört auf Internetreaktionen zum Mord an Charlie Kirk reagierten, sei Kilmeades öffentlicher Aufruf zu staatlichen Hinrichtungen kaum kritisiert worden.
Trumps Kurs gegen Obdachlose: Härte statt Hilfe
Hintergrund der Debatte ist ein deutlicher Kurswechsel in der US-Obdachlosenpolitik. Präsident Donald Trump unterzeichnete im Juli eine Executive Order, die den Umgang mit sichtbarer Obdachlosigkeit grundlegend verändert. Die Anweisung verpflichtet Empfänger von Bundesgeldern, ihren Fokus auf die zwangsweise Unterbringung von Menschen mit Drogenproblemen oder psychischen Erkrankungen zu legen.
Trump hatte bereits im Juli betont:
„Unsere Städte und Bürger dem Chaos zu überlassen, ist weder mitfühlend gegenüber den Obdachlosen noch gegenüber den übrigen Bürgern.“
Er kritisierte, dass Milliardenbeträge in Programme flössen, die an den „wahren Ursachen“ der Obdachlosigkeit vorbeigingen. In Washington, D.C. ließ er bereits die Nationalgarde einsetzen, um Zeltlager von Obdachlosen zu räumen.
Hilfsorganisationen warnen vor Stigmatisierung
Sozialverbände und Hilfsorganisationen zeigen sich alarmiert:
– Die Zwangsmaßnahmen führten zu Stigmatisierung und Kriminalisierung von Menschen in Not.
– Die Mehrheit der Obdachlosen leide weder unter Drogenproblemen noch unter psychischen Erkrankungen, betonen Experten.
– Vielmehr sei Obdachlosigkeit in den USA oft vorübergehend – etwa infolge von Arbeitslosigkeit, familiären Krisen oder fehlendem Wohnraum.
Aktuelle Zahlen: Obdachlosigkeit auf Rekordniveau
Laut dem jährlichen landesweiten Bericht waren im Januar rund 770.000 Menschen in den USA obdachlos – erfasst wurden sowohl Personen in Notunterkünften als auch jene, die in Hotels oder auf der Straße leben. Darunter befinden sich auch über 5.000 Menschen, die noch immer durch die Waldbrände auf Maui 2023 vertrieben sind.
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