Ein kurzer, aber lauter Zwischenruf während eines Fabrikbesuchs von Ex-Präsident Donald Trump hat landesweit Aufmerksamkeit erregt – und dem betroffenen Arbeiter nun eine überwältigende Welle der Solidarität eingebracht.
Der suspendierte Ford-Mitarbeiter T.J. Sabula wurde am 13. Januar ohne Bezahlung freigestellt, nachdem er Trump bei dessen Rundgang durch das Dearborn Truck Plant verbal attackierte. Laut mehreren Berichten soll Sabula den ehemaligen Präsidenten als „Beschützer von Pädophilen“ bezeichnet haben – offenbar in Anspielung auf Trumps frühere Verbindungen zu Jeffrey Epstein sowie die schleppende Veröffentlichung der sogenannten Epstein-Files.
Trump reagierte laut Augenzeugenberichten nicht nur mit einem Kraftausdruck, sondern soll Sabula auch den Mittelfinger gezeigt haben – ein Moment, der rasch auf Social Media viral ging.
Spendenkampagnen zeigen Wirkung
Binnen weniger Stunden sammelten zwei GoFundMe-Kampagnen zugunsten Sabulas über 365.000 US-Dollar. Die erste Initiative wurde von Diandra Gourlay, einer Freundin der Familie Sabula, gestartet. Sie beschreibt ihn als verheirateten Vater von zwei Kindern und langjähriges Mitglied der Gewerkschaft UAW Local 600.
„TJ hat seine Meinung gesagt – und wurde dafür bestraft“, schreibt Gourlay. „Jetzt braucht seine Familie Unterstützung in dieser unsicheren Zeit.“
Die zweite Kampagne mit dem Titel „TJ Sabula is a Patriot“ (TJ Sabula ist ein Patriot), organisiert von Sean Williams, verfolgt einen deutlich politischeren Ton. Ziel sei es, nicht nur Sabula zu unterstützen, sondern auch Druck auf Trump auszuüben, die Epstein-Files offenzulegen.
Politische Reaktionen
Die demokratische Abgeordnete Rashida Tlaib aus Michigan unterstützte Sabula öffentlich auf Facebook:
„Dieser Arbeiter ist ein nationaler Held. Der Präsident schützt in der Tat Pädophile. Detroit wird immer die Wahrheit zur Macht sprechen.“
Die Gewerkschaft UAW bestätigte lediglich, dass Sabula suspendiert wurde, äußerte sich aber nicht weiter zum Vorfall.
Ford reagiert verhalten
Ford-Chef Bill Ford bedauerte den Vorfall gegenüber der Detroit Free Press, bezeichnete ihn aber als „eine sechsekündige Störung“ während einer ansonsten erfolgreichen Werksführung:
„99 % der Mitarbeitenden waren respektvoll. Ich war ein wenig beschämt – wir waren schließlich Gastgeber.“
Ford-Sprecher Dave Tovar erklärte schriftlich, man dulde keine unangemessenen Äußerungen auf dem Werksgelände und verfüge über interne Verfahren zur Klärung solcher Vorfälle. Zu Einzelfällen äußere man sich jedoch grundsätzlich nicht.
Kontext: Epstein-Verbindungen
Trumps Kritiker werfen ihm seit Jahren vor, seine Beziehung zu dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein nicht ausreichend aufgeklärt zu haben. Auch wenn Trumps Nähe zu Epstein dokumentiert ist, gibt es bislang keine gerichtsfesten Beweise, dass Trump in dessen kriminelle Aktivitäten verwickelt war.
Die Forderung nach der vollständigen Offenlegung der Epstein-Files ist parteiübergreifend laut geworden. Die späte Freigabe durch das US-Justizministerium sorgt für anhaltende Spekulationen und Misstrauen – gerade auch bei ehemaligen Weggefährten Epsteins.
Fazit
Ob man Sabulas Äußerung als mutige Zivilcourage oder unprofessionelles Verhalten wertet, bleibt politisch umstritten. Klar ist jedoch: Der Vorfall hat eine landesweite Debatte über Meinungsfreiheit, politische Verantwortung und Machtmissbrauch neu entfacht – und zeigt, wie emotional aufgeladene Themen auch in alltäglichen Arbeitsumfeldern explosive Wirkung entfalten können.
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