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Ford baut erneut Stellen in Köln ab – 1.000 Jobs fallen dem Sparkurs zum Opfer

AlLes (CC0), Pixabay
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Der US-Autobauer Ford verschärft erneut seinen Sparkurs in Deutschland. Aufgrund der anhaltend schwachen Nachfrage nach Elektrofahrzeugen will das Unternehmen im kommenden Jahr weitere 1.000 Arbeitsplätze im Kölner Werk streichen. Das teilte das Unternehmen am Dienstag mit.

Ab Januar 2026 soll in der Fahrzeugproduktion von einem Zweischicht- auf einen Einschichtbetrieb umgestellt werden – ein drastischer Schritt, der in direktem Zusammenhang mit der schleppenden Marktentwicklung im E-Mobilitätsbereich steht.

Kein Einzelfall – sondern Teil eines größeren Plans

Schon vor knapp einem Jahr hatte Ford einen umfassenden Sparplan vorgestellt, der in Köln für große Unruhe und Widerstand gesorgt hatte. Damals protestierten Beschäftigte lautstark – es kam sogar zum ersten Streik in der Geschichte des Kölner Ford-Werks. Letztlich stimmte die Belegschaft nach zähen Verhandlungen dem damaligen Abbauprogramm zu.

Doch nun folgt die nächste Kürzungsrunde – und das, obwohl viele Mitarbeiter gehofft hatten, dass mit dem ersten Maßnahmenpaket der größte Druck von den Standorten genommen sei.

Betriebsbedingte Kündigungen „vorerst“ ausgeschlossen

Ford betonte in seiner Mitteilung, dass die nun angekündigten Einsparungen zunächst ohne betriebsbedingte Kündigungen umgesetzt werden sollen. Man setze auf Freiwilligenprogramme, Vorruhestandsregelungen und Abfindungsangebote.

Doch die Formulierungen lassen wenig Spielraum für Hoffnung: Sollte der angestrebte Personalabbau nicht ausreichend erreicht werden, behält sich das Unternehmen ausdrücklich vor, „den Druck schrittweise zu erhöhen“ – bis hin zu betriebsbedingten Kündigungen.

Ein weiteres Signal für die Unsicherheit in der Autoindustrie

Die erneuten Stellenstreichungen in Köln sind Teil eines größeren Trends: Die Automobilindustrie steckt mitten im Umbruch. Die schleppende Nachfrage nach Elektrofahrzeugen, hohe Produktionskosten, globale Lieferkettenprobleme und der Preiskampf mit Herstellern aus China setzen traditionelle Autobauer massiv unter Druck.

Ford ist dabei kein Einzelfall – doch für die Beschäftigten in Köln ist die Nachricht ein herber Schlag: Erneut sehen sich viele mit einer ungewissen Zukunft konfrontiert, obwohl sie erst vor Kurzem schwierige Einschnitte mitgetragen haben.

Ausblick: Die Elektro-Offensive stockt

Der Stellenabbau zeigt auch: Der Übergang zur Elektromobilität verläuft deutlich holpriger als von vielen erhofft. Während Ford ursprünglich große Erwartungen an neue E-Modelle aus Köln geknüpft hatte, bleibt die Realität hinter den Planungen zurück. Ob es in naher Zukunft zu einer Trendwende kommt – ungewiss.

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