Gleich vier Warnmeldungen an einem Tag: Die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) warnt vor Angeboten der Plattformen e-finanzmarket SA, NextChain, Zignalor und ZyphorBit. Der Vorwurf ist gravierend: Die Anbieter sollen ohne die erforderliche Berechtigung konzessionspflichtige Finanz- oder Wertpapiergeschäfte anbieten. Für Anleger kann das teuer werden.
Die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) hat am 24. März 2026 gleich mehrere offizielle Warnungen veröffentlicht. Betroffen sind die Plattformen:
- e-finanzmarket SA
Web: e-finanzmarket.com
E-Mail: contact@e-finanzmarket.com
Angeblicher Sitz: 1030 Wien - NextChain
Web: nextchain.at
E-Mail: support@nextchain.at - Zignalor
Web: zignalor.at
E-Mail: support@zignalor.at - ZyphorBit
Web: zyphorbit.at
E-Mail: support@zyphorbit.at
Was wirft die FMA den Anbietern vor?
Nach Angaben der FMA verfügen die Anbieter nicht über die notwendige Erlaubnis, um in Österreich bestimmte Finanzdienstleistungen anzubieten.
Im Fall von e-finanzmarket SA
Die Behörde erklärt, dass der Anbieter keine Berechtigung für konzessionspflichtige Bankgeschäfte besitzt. Konkret dürfe er daher kein Kreditgeschäft nach dem österreichischen Bankwesengesetz anbieten.
Im Fall von NextChain, Zignalor und ZyphorBit
Hier warnt die FMA davor, dass die Anbieter keine Berechtigung für konzessionspflichtige Wertpapiergeschäfte haben. Insbesondere dürften sie keine Aufträge für Kunden ausführen, wie es unter das Wertpapieraufsichtsgesetz 2018 (WAG 2018) fällt.
Kurz gesagt:
Wer dort investiert, handelt möglicherweise mit einem Anbieter ohne gültige Zulassung.
Was betroffene Anleger jetzt sofort tun sollten
Wenn du bereits Geld eingezahlt hast oder mit einer dieser Plattformen in Kontakt warst, gilt:
1. Keine weiteren Einzahlungen leisten
Ganz wichtig:
Kein weiteres Geld überweisen.
Auch dann nicht, wenn dir „Steuern“, „Freischaltgebühren“, „Verifizierungszahlungen“ oder „Sicherheitsleistungen“ genannt werden.
Das ist ein typisches Muster bei dubiosen Plattformen.
2. Sofort Beweise sichern
Speichere alles ab:
- Kontoauszüge
- Überweisungsbelege
- Wallet-Adressen (bei Krypto)
- E-Mails
- WhatsApp-/Telegram-Chats
- Screenshots vom Benutzerkonto
- Telefonnummern
- Namen angeblicher Berater
- Vertragsunterlagen / AGB / Login-Daten (nicht weitergeben, nur sichern)
3. Strafanzeige erstatten
Melde den Fall bei der Polizei bzw. Staatsanwaltschaft.
Wichtig:
- möglichst vollständige Unterlagen mitnehmen
- klar schildern:
- wann Kontakt begann
- wie geworben wurde
- wie viel investiert wurde
- welche Auszahlungen versprochen oder verweigert wurden
4. Hausbank sofort informieren
Wenn du per Überweisung oder Kreditkarte gezahlt hast:
- Bank kontaktieren
- Zahlung prüfen lassen
- ggf. Rückholung / Recall versuchen
- bei Kreditkartenzahlung: Chargeback prüfen
Je schneller, desto besser.
5. Wallets und Krypto-Spuren dokumentieren
Wenn du Kryptowährungen transferiert hast:
- Wallet-Adresse des Empfängers notieren
- Transaktions-ID sichern
- Blockchain-Explorer-Link speichern
Das kann später für Ermittler oder Spezialanwälte wichtig sein.
6. Nicht auf „Recovery-Scammer“ hereinfallen
Achtung:
Nach Verlusten melden sich oft angebliche „Rettungsfirmen“, „Blockchain-Experten“ oder „Spezialkanzleien“, die gegen Vorkasse versprechen, dein Geld zurückzuholen.
Das ist oft die nächste Betrugsstufe.
Woran man solche Plattformen oft erkennt
Typische Warnzeichen:
- unrealistisch hohe Renditeversprechen
- Zeitdruck („nur heute“, „letzte Chance“)
- aggressive Anrufe
- angebliche Promi-Empfehlungen
- keine klare Zulassung
- Impressum unklar oder dubios
- Sitz nur „angeblich“ in Österreich
- Auszahlung nur gegen Zusatzgebühren
Fazit
Die FMA-Warnung ist ein deutliches Signal:
Anleger sollten bei e-finanzmarket SA, NextChain, Zignalor und ZyphorBit äußerste Vorsicht walten lassen.
Wer bereits investiert hat, sollte jetzt schnell, dokumentiert und strukturiert handeln.
Denn je früher Zahlungen gestoppt, Beweise gesichert und Behörden informiert werden, desto besser sind die Chancen, Schaden zu begrenzen.
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