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Flughäfen in den USA vor neuen Problemen: TSA-Mitarbeiter kündigen wegen ausbleibender Bezahlung

tarokate (CC0), Pixabay
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In den USA drohen an Flughäfen weitere Störungen im Flugverkehr. Hintergrund ist der seit rund einem Monat andauernde teilweise Regierungsstillstand (Shutdown), durch den viele Mitarbeiter der Transportsicherheitsbehörde TSA (Transportation Security Administration) bislang keine vollständigen Gehälter erhalten haben.

Nach Angaben des Heimatschutzministeriums haben mehr als 300 TSA-Mitarbeiter ihren Job aufgegeben, während andere kurzfristig krankgemeldet oder der Arbeit ferngeblieben sind. Besonders problematisch ist die Situation an einem Wochenende mit starkem Reiseaufkommen wegen der Frühjahrsferien und gleichzeitig schlechtem Winterwetter im Mittleren Westen der USA.

Die TSA-Beschäftigten verpassten am Freitag erstmals seit Beginn des Shutdowns Mitte Februar ihren vollen Gehaltsscheck. Grund ist ein politischer Streit im US-Kongress über die Finanzierung des Heimatschutzministeriums und Reformen in der Einwanderungspolitik.

Mehrere große Fluggesellschaften, darunter American Airlines, Delta, Southwest und JetBlue, wandten sich deshalb in einem gemeinsamen Brief an den Kongress. Darin fordern sie eine schnelle Einigung, damit Beschäftigte im Luftverkehr künftig auch während eines Shutdowns bezahlt werden.

„Es ist schwierig oder sogar unmöglich, Essen zu kaufen, Benzin zu bezahlen oder die Miete zu überweisen, wenn man keinen Lohn erhält“, heißt es in dem Schreiben.

Neben Kündigungen sorgt auch eine steigende Zahl kurzfristiger Abwesenheiten für Personalmangel. Laut Medienberichten stieg die Quote ungeplanter Ausfälle bei Sicherheitsbeamten auf etwa sechs Prozent, während sie vor dem Shutdown nur etwa zwei Prozent betrug.

Zwar garantiert ein Gesetz von 2019, dass Bundesbedienstete ihren Lohn nach Ende eines Shutdowns nachträglich erhalten. Für viele Betroffene löst das jedoch die aktuellen finanziellen Probleme nicht. Einige Mitarbeiter greifen inzwischen auf Ersparnisse oder Rentenkonten zurück, andere leihen sich Geld von Familie und Freunden.

An mehreren Flughäfen versuchen Behörden und lokale Initiativen zu helfen. In Denver, Seattle und Las Vegas werden Reisende etwa gebeten, Lebensmittel, Hygieneartikel oder Gutscheine für betroffene TSA-Mitarbeiter zu spenden. Auch kleinere Flughäfen, etwa in Idaho, sammeln Lebensmittel und Haushaltswaren.

Der Personalmangel führt bereits zu deutlich längeren Warteschlangen an Sicherheitskontrollen. Am Flughafen von New Orleans mussten Passagiere am Wochenende mit Wartezeiten von bis zu zwei Stunden rechnen. Der Flughafen in Atlanta, einer der verkehrsreichsten der Welt, riet Reisenden, mindestens drei Stunden vor Abflug anzureisen.

Auch Reporter berichteten von ungewöhnlich langen Wartezeiten. Während Sicherheitskontrollen normalerweise deutlich schneller verlaufen, mussten Reisende teilweise über eine Stunde warten.

Zusätzlich verschärfte ein Wintersturm im Mittleren Westen die Lage. Mehr als 20 Millionen Menschen standen unter Wetterwarnungen. Allein am Flughafen Minneapolis–Saint Paul wurden über 670 Flüge gestrichen, während an den Flughäfen Chicago O’Hare und Midway zusammen mehr als 1.200 Flüge ausfielen.

Sollte der politische Streit in Washington weiter andauern, könnten Experten zufolge weitere Mitarbeiter kündigen – und die Probleme im US-Flugverkehr noch zunehmen

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