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Florenz zieht die Reißleine: E-Scooter raus – genug ist genug

KristofTopolewski (CC0), Pixabay
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Florenz, weltberühmt für Kunst, Kultur und Renaissance-Pracht, hat beschlossen, sich von einer etwas weniger eleganten Erscheinung zu trennen: den Miet-E-Scootern. Was einst als moderne, flexible Mobilitätslösung gefeiert wurde, ist für die Stadt mittlerweile zu einer Dauerbaustelle geworden – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes.

Ab 2026 ist Schluss mit Leihern auf zwei Rädern

Wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtet, wird die Stadtverwaltung alle bestehenden Verträge mit E-Scooter-Verleihern auslaufen lassen. Ab 1. April 2026 sollen die elektrischen Leihroller aus dem Stadtbild verschwinden – zumindest vorerst.

Florenz ist damit nicht allein: Paris, Madrid und auch Gelsenkirchen haben die gleichen Konsequenzen gezogen. Nur dass Florenz eben Florenz ist – eng, historisch, überfüllt. Da fällt jeder schief abgestellte Scooter sofort ins Auge.

Warum Florenz genug hat

Die Entscheidung kommt nicht überraschend. Die Beschwerden häufen sich seit Jahren:

  • falsch geparkte Roller, quer über Gehwege

  • Fahrten in Gegenrichtung, gerne mitten im Touristenstrom

  • blockierte Fußwege

  • ignorierte Verkehrsregeln

Doch der entscheidende Grund ist ein anderer:
Seit Ende 2024 gilt in Italien eine Helmpflicht für E-Scooter. Diese lässt sich aber bei Leihrollern praktisch nicht durchsetzen.

Verkehrsassessor Andrea Giorgio bringt es auf den Punkt:
„Oftmals werden sie falsch geparkt, in die falsche Richtung gefahren oder auf Gehwegen abgestellt.“
Kurz: Sie machen mehr Ärger, als sie Nutzen bringen.

Touristen trifft es besonders

Florenz ist einer der am stärksten besuchten Orte Italiens. Die handlichen Roller waren vor allem bei Touristinnen und Touristen beliebt – schnell ausgeliehen per App, perfekt für die engen Gassen.

Doch ab 2026 heißt es: Rollerfreie Renaissance-Stadt.
Wer bequem durch die malerischen Straßen gleiten will, muss auf Alternativen ausweichen.

Leihfahrräder statt E-Scooter – und vielleicht irgendwann ein Comeback

Die Stadt kündigt an, das Angebot an Leihrädern auszubauen. Gleichzeitig schließt sie ein späteres, streng reguliertes Comeback der E-Scooter nicht aus – vorausgesetzt, die Helmpflicht lässt sich technisch sinnvoll kontrollieren.

Ein möglicher Ansatz:

  • digital verifizierbare Helmausstattung

  • integrierte Sicherheitskontrollen

  • Kameras oder Sensoren zur Nutzungserkennung

Doch das bleibt Zukunftsmusik.

Europaweiter Trend

Florenz reiht sich ein in eine wachsende Liste europäischer Städte, die dem E-Scooter-Chaos ein Ende setzen. Paris hat abgestimmt, Madrid hat gehandelt – und nun folgt die Toskana-Metropole mit knapp 360.000 Einwohnern.

Fazit

Die Entscheidung ist klar:
Die romantischen Gassen von Florenz sollen wieder den Menschen gehören – nicht den liegengebliebenen E-Scootern.

Mobilität ja, Chaos nein.
Und vielleicht ist es gar nicht so schlecht, eine Stadt wie Florenz wieder zu Fuß oder klassisch per Rad zu entdecken – so, wie sie es verdient.

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