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Fliick stürzt Alonso

u_bdw6dw6hfj (CC0), Pixabay
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Xabi raus – Real Madrid trennt sich im gegenseitigen Unverständnis vom Märchenprinzen

Was als fußballerische Romanze mit Sternenstaub begann, endet nun klassisch spanisch – mit gebrochenem Herzen, einem blumigen Abschiedsbrief und einem neuen Mann an der Seitenlinie, der vermutlich noch die B-Mannschafts-Trainingsleibchen im Koffer hat.

Xabi Alonso, einst strahlender Held mit gepflegtem Bart und gepflegtem Ballbesitzspiel, muss nach nur einem halben Jahr als Real-Trainer wieder gehen – einvernehmlich, wie es heißt. Was im Fußballsprech bekanntlich so viel bedeutet wie: „Wir haben dich nicht rausgeworfen, du hast freiwillig deine Karriere geopfert.“

Dabei hatte alles so schön begonnen: 13 Siege aus 14 Spielen, Club-WM-Halbfinale, Bravo-Rufe aus dem königlichen Logenbereich. Doch dann kam das Schicksal in Form von Jürgen Klopp und einem 0:1 in Liverpool. Seitdem lief bei Real nichts mehr – außer vielleicht Alonsos Frisur, die selbst in der Krise immer Champions-League-reif war.

Supercup ade, Trainer auch

Spätestens nach dem 2:3 gegen Barcelona in der saudischen Hitze war klar: Xabi, du hast den Ball, aber nicht mehr die Kabine. Angeblich sei es zu internen Spannungen gekommen, was im Real-Kosmos bedeutet: Ein Spieler hat ihm das Du auf dem WhatsApp-Chat entzogen.

Als Nachfolger steht nun ein alter Bekannter bereit: Alvaro Arbeloa, Fußballweltmeister, Bankdrückerlegende und ehemaliger Real-Serientackler, übernimmt. Bisher coachte er die B-Mannschaft – und nun, mutmaßlich nach dem Motto „Mehr Bock auf A“, das große Ganze.

Real Madrid zeigte sich in der Aussendung gewohnt gefühlvoll:

„Xabi Alonso wird immer ein Teil der Real-Familie bleiben – so wie der Cousin, der auf der Hochzeit zu viel getrunken hat, aber irgendwie doch dazugehört.“

Von Märchen zu Männerschluss

Die spanische Zeitung AS titelte träumerisch:

„Ein Märchen endet wie so viele – mit einem Besen, der die Reste zusammenfegt.“

Und tatsächlich: Das einstige Trainer-Märchen aus dem Hause Bayer Leverkusen, das Xabi zur deutschen Legende machte, zerplatzte in Madrid mit dem leisen Zischen eines geplatzten Traums und dem Geräusch eines rollenden Koffers.

Real Madrid schaut nun wieder nach vorn – vielleicht bis zur nächsten Krise. Und Xabi? Der wird vermutlich demnächst wieder hoch gehandelt – als Trainer bei Chelsea, Bundestrainer, Papst oder doch als Food-Blogger mit Schwerpunkt baskische Tapas.

Denn eins ist sicher: Schöner scheitern kann keiner.

 

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