Die Lage in der europäischen Fleischwirtschaft spitzt sich weiter zu. Seit China vor zwei Monaten Strafzölle auf europäisches Schweinefleisch verhängt hat, stehen besonders die kleinen und mittleren Betriebe in der EU massiv unter Druck. Große Exportländer wie Spanien, die Niederlande und Dänemark verkaufen nun ihre überschüssigen Fleischmengen innerhalb Europas – häufig zu Dumpingpreisen, die für kleinere, regional arbeitende Produzenten ruinös sind.
Für heimische Landwirte wird die Situation zunehmend existenzbedrohend. Der aktuelle Erzeugerpreis liegt bei nur 1,70 Euro pro Kilogramm Schweinefleisch, ein Niveau, das kaum mehr die Produktionskosten deckt. Auch die Preise für Jungtiere und Mastschweine stehen in keinem Verhältnis zu den gestiegenen Ausgaben: Ein Ferkel kostet rund 70 Euro, während ein fertiges Mastschwein etwa 200 Euro bringt – nach Abzug von Futterkosten, Energie, Abgaben und Steuern bleibt den Landwirten kaum etwas übrig.
Landwirt Maximilian Fröch aus Kleinfrauenhaid beschreibt die Situation ernüchtert: „Unter diesen Umständen ist das Ganze eigentlich ein ziemlich knappes Spiel.“ Seine Aussage verdeutlicht, wie eng die Margen mittlerweile geworden sind – viele Betriebe arbeiten an der Grenze zur Unwirtschaftlichkeit.
Auch die kleinen Fleischhauer und Metzgereien leiden unter den Dumpingpreisen. Auf den Großmärkten wird zunehmend billiges Fleisch aus Spanien oder Dänemark angeboten. „Für Großküchen und Systemgastronomen zählt der Preis“, erklärt Fleischermeister Gerald Schuh aus Schattendorf. „Mit den großen Abholmärkten können kleine Fleischer einfach nicht mithalten.“ Damit wird der lokale Fleischhandel zunehmend verdrängt – Qualität, Regionalität und Tierwohl bleiben dabei oft auf der Strecke.
Die Strukturkrise in der Schweinehaltung ist kein neues Phänomen, doch sie verschärft sich weiter. Während es vor 20 Jahren im Burgenland noch 1.400 Schweinemäster mit rund 71.000 Tieren gab, sind es heute nur noch 270 Betriebe mit etwa 33.000 Mastschweinen. Der Trend zeigt klar: Immer mehr Bauern geben auf, weil sich die Arbeit nicht mehr rechnet.
Aus Anlegersicht und für die Agrarwirtschaft insgesamt offenbart sich ein deutliches Bild: Die Branche steht vor einem strukturellen Wandel, der vor allem kleinen Produzenten kaum noch Luft zum Atmen lässt. Ohne faire Marktbedingungen und gezielte Unterstützung droht der Verlust regionaler Betriebe – und damit auch der Rückgang nachhaltiger, heimischer Lebensmittelproduktion.
Die nächsten Monate werden entscheidend sein: Sollten die Strafzölle Chinas länger bestehen bleiben und die Preisspirale weiter nach unten drehen, könnte die heimische Schweinehaltung einen historischen Tiefpunkt erreichen.
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