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Fetterman warnt Demokraten: „Wir haben vergessen, warum wir verloren haben“

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay
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Der demokratische Senator John Fetterman hat seine Partei eindringlich davor gewarnt, aus der Wahlniederlage 2024 die falschen Lehren zu ziehen. In einem Interview mit CNN erklärte der Senator aus Pennsylvania, dass einige progressive Positionen der Demokraten im letzten Wahlkampf von den Republikanern „gegen uns gewendet“ worden seien – und warnt davor, nun noch weiter nach links zu rücken.

„Einige glauben jetzt, wir müssten noch progressiver, noch extremer werden – das ist absolut falsch“, sagte Fetterman.
„Wir müssen in den sieben oder acht entscheidenden Bundesstaaten gewinnen – ich weiß, was es dafür braucht.“

Fettermans Kritik zielt auf Teile der demokratischen Strategie zur Kriminalitätsbekämpfung, zur Einwanderung und zu sogenannten „Kulturkampf“-Themen, mit denen die Partei ihrer Wählerschaft in der politischen Mitte zunehmend entfremdet werde.


Trump ist „kein Autokrat“ – und Demokraten sollten das auch nicht behaupten

Fetterman betonte, dass es nicht hilfreich sei, Donald Trump mit autoritären Herrschern zu vergleichen. Trump sei demokratisch gewählt worden – und diese Tatsache müsse man akzeptieren, auch wenn einem das Ergebnis nicht gefalle.

„Er ist kein Autokrat. Er ist das Produkt einer demokratischen Wahl“, so Fetterman.
„Ich verehre die Demokratie. Ich mag das Ergebnis vielleicht nicht, aber ich muss es respektieren.“

Diese Aussagen stehen im Kontrast zur Strategie der Demokraten im Präsidentschaftswahlkampf, in dem Trump regelmäßig als „Gefahr für die Demokratie“ dargestellt wurde.


Kritik an Shutdown-Strategie der Demokraten

Im Streit um den kommenden Haushaltsbeschluss sprach sich Fetterman klar gegen einen drohenden Regierungsstillstand aus, den einige Demokraten aus Verhandlungsgründen in Kauf nehmen wollen:

„Das ist kein Kampf – das ist die Zerstörung unserer Nation“, sagte er.
„Wenn man für einen Shutdown stimmt, schadet man Millionen Amerikanern. Wo liegt da unser Druckmittel?“

Fetterman gehörte im März zu einer Minderheit innerhalb der demokratischen Fraktion, die es den Republikanern ermöglichte, einen Shutdown zu verhindern.


Kriminalität: Hilfe annehmen – auch wenn sie von Trump kommt

Als ehemaliger Bürgermeister von Braddock, Pennsylvania, spricht sich Fetterman dafür aus, Hilfe bei der Bekämpfung von Gewaltkriminalität nicht prinzipiell abzulehnen – selbst wenn sie von der Trump-Regierung kommt. Als Bürgermeister habe er selbst Unterstützung dankbar angenommen.

„Nur weil Trump für etwas ist, heißt das nicht, dass wir automatisch dagegen sein müssen“, so Fetterman.


Kritik an Einwanderungspolitik – aber differenziert

Während Fetterman für sichere Grenzen und die Abschiebung krimineller Migranten eintritt, kritisiert er die harten Maßnahmen gegen ansonsten integrierte und arbeitende Migranten:

„Wir sollten keine hart arbeitenden Menschen ins Visier nehmen, die einen wichtigen Beitrag zu unserer Wirtschaft leisten.“

Er verwies dabei auf eine Razzia in einer Fleischfabrik in Nebraska, bei der über 70 Menschen ohne Papiere festgenommen wurden – eine Aktion, die er ausdrücklich kritisierte.


Nahost-Konflikt: Fetterman stellt sich klar hinter Israel

Im Gegensatz zu Parteikollegen wie dem demokratisch-sozialistischen New Yorker Kandidaten Zohran Mamdani zeigt sich Fetterman in der Frage des Nahostkonflikts uneingeschränkt solidarisch mit Israel. Die humanitäre Krise in Gaza sei zwar dramatisch, doch die Verantwortung dafür trage Hamas – und nicht Israel.

„Es ist die Hölle auf Erden. Aber warum machen manche Israel dafür verantwortlich? Ich mache Hamas und den Iran verantwortlich“, sagte er.
Auch den israelischen Angriff auf Hamas-Führer in Katar bezeichnete er als gerechtfertigt – und widersprach damit führenden Demokraten in außenpolitischen Ausschüssen.


Bleibt Fetterman bei den Demokraten?

Trotz regelmäßiger Kritik an der eigenen Partei und seltener Teilnahme an den Fraktionssitzungen im Senat versichert Fetterman:

„Ich bin Demokrat. Ich habe gerade erst kräftig in die demokratische Partei Pennsylvanias investiert. Ich werde meine Parteizugehörigkeit nicht ändern.“

Ob er allerdings 2028 zur Wiederwahl antritt, ließ er offen:

„Man weiß nie, was bis dahin passiert. 2028 wird verrückt – das kann man jetzt schon sagen.“


Fazit: John Fetterman positioniert sich zunehmend als moderater, pragmatischer Demokrat, der sich nicht scheut, mit seiner Partei zu brechen – weder rhetorisch noch strategisch. Seine Haltung könnte im Vorfeld der Zwischenwahlen 2026 Signalwirkung haben.

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