Eine Woche nach der verheerenden Explosion im größten Containerhafen des Iran sind erste Konsequenzen gezogen worden: Wie das staatliche Fernsehen gestern berichtete, wurden zwei Personen festgenommen – ein Regierungsbeamter sowie ein Manager aus der Privatwirtschaft. Offizielle Details zu ihrer Rolle im Zusammenhang mit dem Unglück blieben bislang aus.
Die Explosion im Hafen Schahid Radschai nahe der Stadt Bandar Abbas hatte landesweit für Entsetzen gesorgt. Ein anschließender Großbrand forderte laut neuesten Behördenangaben mindestens 57 Todesopfer und über tausend Verletzte. Es ist eines der schwersten Industrieunglücke der letzten Jahre im Land.
Nach bisherigen Erkenntnissen der Behörden waren grobe Verstöße gegen Sicherheitsvorschriften sowie fehlerhafte Deklarationen gelagerter Güter mitverantwortlich für die Katastrophe. Als Ursache wurde offiziell „Fahrlässigkeit“ genannt – doch kursieren inzwischen auch andere Theorien.
Raketenbestandteil als mögliche Ursache?
Die New York Times berichtete unter Berufung auf eine Quelle mit Verbindungen zu den iranischen Revolutionsgarden, dass es sich bei dem explodierten Stoff um Natriumperchlorat gehandelt habe – ein chemischer Bestandteil, der für die Herstellung von Festtreibstoff in Raketen verwendet wird.
Diese Darstellung wies das iranische Verteidigungsministerium entschieden zurück. Ein Sprecher versicherte, im Hafen habe sich „keinerlei militärisch relevanter Stoff“ befunden. Die Ladung sei ausschließlich für zivile Zwecke bestimmt gewesen.
Ob es sich bei dem Vorfall also um einen tragischen Fall von Nachlässigkeit oder doch um einen brisanten Zwischenfall mit militärischer Dimension handelt, bleibt weiter offen. Die Ermittlungen dauern an.
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