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Fed-Gouverneurin Adriana Kugler tritt zurück – Trump erhält Chance auf Neubesetzung

reidy68 (CC0), Pixabay
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Die US-Notenbank Federal Reserve verliert eines ihrer Mitglieder: Gouverneurin Adriana Kugler kündigte am Freitag überraschend ihren Rücktritt zum 8. August an – mehrere Monate vor Ende ihrer regulären Amtszeit im Januar 2026. Damit kann Präsident Donald Trump noch in diesem Jahr einen weiteren Sitz im einflussreichen Entscheidungsgremium der Zentralbank neu besetzen.

Kugler, die 2023 von Präsident Joe Biden in das siebenköpfige Board of Governors berufen wurde, machte in ihrer Rücktrittserklärung keine konkreten Angaben zu den Gründen:

„Es war die Ehre meines Lebens, dem Board of Governors der Federal Reserve anzugehören. Besonders stolz bin ich darauf, in einer kritischen Phase bei der Verfolgung unseres Doppelmandats – Preisstabilität und ein robuster Arbeitsmarkt – mitgewirkt zu haben.“

Trump nutzt Rücktritt für Druck auf Powell

Trump äußerte sich am Freitag gegenüber Reportern und auf Truth Social spekulativ zum Rücktritt: Kugler sei „wegen Uneinigkeit über die Zinspolitik“ zurückgetreten. Der Präsident verwendet für Fed-Chef Jerome Powell inzwischen den Spitznamen „Too Late“ – ein Verweis auf Trumps Ansicht, Powell handele zu zögerlich beim Senken der Leitzinsen.

„Sie wusste, dass er falsch liegt. Er sollte ebenfalls zurücktreten!“, schrieb Trump online.

Beweise für einen parteipolitischen Hintergrund der Entscheidung legte Trump nicht vor.

Neubesetzung mit Blick auf den Vorsitz?

Mit Kuglers Abgang erhält Trump eine Gelegenheit, die strategische Ausrichtung der Fed mitzugestalten. Eine vom Präsidenten nominierte und vom Senat bestätigte Person könnte später auch den Vorsitz übernehmen – ein Amt, das laut Gesetz nur einem der aktuellen Gouverneure übertragen werden kann.

Das Weiße Haus prüft derzeit mögliche Kandidaten für Powells Nachfolge, dessen Amtszeit als Vorsitzender im Mai 2026 endet. Im Gespräch sind u. a. Finanzminister Scott Bessent, Ex-Fed-Gouverneur Kevin Warsh, der aktuelle Gouverneur Christopher Waller sowie Kevin Hassett, Wirtschaftsberater des Weißen Hauses.

Powell kann nach Ablauf seiner Amtszeit als Vorsitzender weiterhin bis 2028 als reguläres Mitglied im Fed-Vorstand verbleiben – allerdings ist unklar, ob Trump ihn gesetzlich absetzen und durch ein anderes Vorstandsmitglied ersetzen kann. Auf eine entsprechende Frage wollte sich Powell jüngst nicht äußern.

Einfluss auf Zinspolitik in unsicherem Umfeld

Der Rücktritt kommt zu einem Zeitpunkt, an dem innerhalb des Offenmarktausschusses (FOMC), der über den Leitzins entscheidet, zunehmend Uneinigkeit herrscht. Bei der letzten Sitzung stimmten zwei Trump-nominierte Mitglieder gegen die Mehrheit, die für stabile Zinsen plädierten. Kugler nahm an der Sitzung nicht teil.

Mit dem Rücktritt der Biden-nominierten Ökonomin kann Trump einen weiteren Zinssenkungsbefürworter ins Gremium bringen – ein Schritt, der weitreichende Auswirkungen auf die Geldpolitik und den Kurs des Dollars haben könnte.

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