Die deutsche FDP hat mal wieder die Karten neu gemischt – und diesmal fiel das Los auf Christian Dürr. Mit sagenhaften 82 Prozent der Stimmen wurde er gestern in Berlin zum neuen Parteichef gewählt. Offenbar hatten die Delegierten keine anderen Pläne für den Nachmittag und dachten sich: „Warum nicht?“
Der alte Chef geht, der neue will’s besser machen
Dürr tritt die Nachfolge von Christian Lindner an, dem Mann, der die FDP seit gefühlten 100 Jahren geführt hat und kürzlich beschlossen hat, sich nach einer historischen Wahlniederlage endlich mal wieder dem echten Leben zuzuwenden.
Neues Grundsatzprogramm: Die FDP wird modern! Versprochen!
Dürr hat große Pläne. Wirklich. Er will nämlich die FDP zur modernsten Partei Deutschlands machen. Inhaltlich und organisatorisch. Das klingt ungefähr so ambitioniert, als würde man versuchen, einen Oldtimer in ein Elektroauto zu verwandeln – ohne die Batterie auszutauschen.
„Wir werden modern, richtig modern!“, verkündete Dürr. Und weil das noch nicht reicht, will er auch die Strukturen und Prozesse reformieren. Wahrscheinlich wird die FDP demnächst über WhatsApp regieren und sich auf Twitch live zerlegen.
Immer schön beim Altbewährten bleiben!
Doch keine Sorge: Trotz des ganzen Modernisierungsfiebers bleibt die FDP bei ihren liberalen Überzeugungen. Es wäre schließlich ein Unding, wenn die Partei plötzlich anfangen würde, sich zu verändern – das hat in den letzten Jahrzehnten ja auch niemand ernsthaft verlangt.
Einige meinen, die FDP solle sich nach rechts rücken und konservativer werden. Andere finden, der Wirtschaftsliberalismus sei irgendwie aus der Mode. Aber Dürr gibt sich standhaft:
„Diese Sirenenrufe – wir hören sie, aber wir folgen ihnen nicht.“
(Wahrscheinlich, weil man in der FDP traditionell eher den eigenen Echo-Kammern lauscht.)
Analyse: Der gleiche Kurs, nur moderner verpackt
Unterm Strich bleibt also alles beim Alten, nur eben ein bisschen aufgepeppt. So wie ein neuer FDP-Vorsitzender: frisch lackiert, mit ein bisschen mehr Digitalstrategie, aber eigentlich genau das gleiche Modell wie vorher.
Man darf gespannt sein, wie die modernste Partei Deutschlands dann am Wahltag modern verliert – aber diesmal wenigstens in neuer Verpackung.
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