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Farages „MAGA-Stunt“: Regierung habe ihn an der Reise zu den Chagos Inseln gehindert

SuzyT (CC0), Pixabay
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Der Vorsitzende der Partei Reform UK, Nigel Farage, sieht sich dem Vorwurf ausgesetzt, mit einer Reise in den Indischen Ozean „Maga-Stunts“ inszeniert zu haben. Hintergrund ist seine Behauptung, die britische Regierung habe ihn daran gehindert, zu den Chagos Islands zu reisen.

Farage erklärte, er sei auf die Malediven geflogen, um sich einer Delegation anzuschließen, die humanitäre Hilfe für vier Chagossianer bringen wollte. Diese versuchen nach eigenen Angaben, auf einer Insel des Archipels eine Siedlung zu errichten, um gegen die britischen Pläne zu protestieren, die Kontrolle über das Gebiet an Mauritius zu übertragen (wir berichteten).

In einem am Samstag auf X veröffentlichten Video behauptete Farage, London übe Druck auf die Regierung der Malediven aus, um seine Weiterreise zu verhindern. Für die Einreise in das Britische Territorium im Indischen Ozean ist eine gültige Genehmigung erforderlich. Farage sagte, die britische Regierung versuche „alles in ihrer Macht Stehende“, um zu verhindern, dass er ein Boot zu den Inseln besteige. Zugleich zog er einen provokanten Vergleich mit mutmaßlichen Extremisten, denen seiner Ansicht nach weniger Widerstand entgegengesetzt werde.

Regierungskreise in London widersprachen dieser Darstellung. Nach ihren Angaben sei Farages Reise weder angekündigt gewesen noch habe man vor seinen öffentlichen Äußerungen gewusst, dass er sich auf den Malediven aufhalte.

Berichten zufolge reiste Farage mit einem Privatjet auf die Malediven, blieb dort etwas mehr als einen Tag und kehrte anschließend nach Großbritannien zurück, um am Donnerstag im Wahlkreis Gorton and Denton bei einer Nachwahl zu unterstützen. Ein Labour-Sprecher warf ihm vor, anstatt Wahlkampf zu machen, 5.000 Meilen weit geflogen zu sein, um „am Strand zu stehen und sich über die Regierung zu beklagen“.

Die Reise fiel in eine Phase neuer Spannungen um die Zukunft des Archipels. US-Präsident Donald Trump hatte das britische Abkommen zur Rückgabe der Inseln jüngst infrage gestellt und Premierminister Keir Starmer aufgefordert, die strategisch wichtige Insel Diego Garcia nicht „aufzugeben“. Auf Diego Garcia befindet sich ein gemeinsamer Militärstützpunkt der USA und Großbritanniens.

In den 1960er- und 1970er-Jahren waren bis zu 2.000 Chagossianer zwangsumgesiedelt worden, um Platz für den Militärstützpunkt zu schaffen. Viele von ihnen leben heute in Mauritius oder im Vereinigten Königreich und fordern seit Jahren ein Rückkehrrecht.

Farage erklärte, er habe beabsichtigt, zur Île du Coin zu reisen, wo die Aktivisten Anfang der Woche gelandet seien, um eine neue Siedlung zu errichten.

Scharfe Kritik kam unter anderem vom früheren britischen Verteidigungsminister Ben Wallace, der Farages Aktion als „billigen PR-Stunt“ bezeichnete. Er sprach von „Maga-Stunts“ – in Anspielung auf Trumps politische Bewegung – und verwies auf die strengen Einreisebestimmungen für das gesamte Britische Territorium im Indischen Ozean. Die Website des britischen Außenministeriums macht deutlich, dass es sich nicht um ein Touristenziel handelt, keine kommerziellen Flüge existieren und Reisen nur mit vorheriger Genehmigung möglich sind. Wallace betonte zudem, Abgeordnete könnten auch in Großbritannien nicht einfach ohne Erlaubnis militärische Einrichtungen oder sensible Standorte betreten.

Farage hingegen erklärte gegenüber dem Daily Telegraph, er habe einen Anruf aus Regierungskreisen der Malediven erhalten, in dem ihm mitgeteilt worden sei, die britischen Behörden wollten seine Weiterreise nicht.

In seinem zweieinhalbminütigen Video stellte er sich als Abgeordneter und Parteichef dar, der in Umfragen führe, und behauptete, britische Diplomaten versuchten aktiv, ihn aufzuhalten.

Ein Sprecher des britischen Außenministeriums erklärte dagegen, oberste Priorität habe derzeit die sichere Ausreise einer Gruppe von Personen von einer Insel, die nicht für dauerhaftes menschliches Leben geeignet sei und auf der Gesundheitsnotfälle oder extreme Wetterbedingungen eine ernsthafte Gefahr darstellen könnten.

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