US‑Präsident Donald Trump hat eine neue internationale Runde ins Leben gerufen, die er selbstbewusst als „Board of Peace“ bezeichnet. Kritiker sprechen bereits von einer Fake‑UNO. Denn auf der Gästeliste stehen weniger klassische Friedensstifter als vielmehr autoritäre Machthaber und Politiker, die regelmäßig mit Menschenrechtsverletzungen in Verbindung gebracht werden.
Zu den eingeladenen oder bereits beteiligten Personen zählen unter anderem Russlands Präsident Wladimir Putin, Ungarns Premier Viktor Orbán, Saudi‑Arabiens faktischer Herrscher Mohammed bin Salman, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan, Israels Premier Benjamin Netanjahu sowie Belarusslands Präsident Alexander Lukaschenko. Internationale Menschenrechtsorganisationen kritisieren viele von ihnen seit Jahren scharf.
Trump kündigte das Gremium am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos an. Ursprünglich sollte es einen Waffenstillstand im Gaza‑Krieg begleiten und den Wiederaufbau der Region unterstützen. Inzwischen wirkt der Anspruch deutlich größer: Das Gremium soll laut Satzung überall dort aktiv werden, wo Konflikte drohen oder bereits bestehen – „in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen“.
Doch genau das sorgt für Skepsis. Kritiker sehen darin weniger eine Ergänzung als eine Konkurrenz zur UNO. Trump selbst schloss das nicht aus und erklärte, die Vereinten Nationen seien „nicht sehr hilfreich“ gewesen, hätten aber „großes Potenzial“.
Besonders brisant: Dauerhafter Vorsitzender des Boards soll Trump selbst bleiben – auch über seine zweite und letzte Amtszeit hinaus. Länder, die dauerhaft Mitglied werden wollen, sollen Berichten zufolge eine Milliarde Dollar zahlen. Eine offizielle Mitgliederliste legte das Weiße Haus bislang nicht vor.
Mehrere demokratische Staaten lehnten eine Teilnahme ab, darunter Frankreich, Norwegen und Schweden. Auch Kanada wurde nach politischen Spannungen wieder ausgeladen. Andere Länder wie China prüfen ihre Teilnahme und betonen zugleich ihre Bindung an das bestehende UN‑System.
Ob Trumps „Board of Peace“ tatsächlich Frieden bringt oder vor allem Macht und Einfluss neu verteilt, bleibt offen. Sicher ist nur: Die internationale Ordnung hat gerade ein weiteres, höchst umstrittenes Gremium mehr.
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