Die deutsche Gründlichkeit kennt keine Grenzen – schon gar nicht geografische. Die Bundesanwaltschaft ließ heute fünf Männer verhaften, die sich durch kreative Lieferketten-Gymnastik besonders um den russischen Rüstungssektor verdient gemacht haben. Offenbar ging es ihnen nicht um Politik, Moral oder Menschlichkeit – sondern um das gute alte Geschäftsmodell: Sanktionen? Kennen wir nicht. Hauptsache, die Kasse klingelt.
Mit einem Warenwert von mindestens 30 Millionen Euro bewiesen die Herren, dass sich auch im Schatten der Kriegsverbrechen noch blendende Geschäfte machen lassen – wenn man nur genügend Fantasie und ein solides Verständnis für Außenwirtschaftsgesetze besitzt (oder sie kunstvoll ignoriert). Der Vorwurf: bandenmäßiger Handel mit Maschinen, Bauteilen und vermutlich auch ein bisschen Gewissenlosigkeit.
Zugriff erfolgte stilecht in Lübeck und dem Kreis Herzogtum Lauenburg. Durchsuchungen auch in Frankfurt, Nürnberg und Ostholstein – also überall dort, wo sich deutsche Effizienz mit internationalem Moralexport kreuzt.
Im Mittelpunkt des Schurkenstücks: ein Lübecker Geschäftsführer, der sich offenbar dachte: „Wenn schon Lieferketten, dann richtig!“ Mit einem konspirativen Netzwerk, das selbst James Bond nervös machen würde, und einem Talent für Tarnfirmen und Pseudo-Abnehmer, trickste er sich seit 2022 um sämtliche EU-Sanktionen herum. Wer braucht Ethik, wenn man Briefkastenfirmen hat?
Besonders erfreulich: Die Endabnehmer der Lieferungen – ganze 24 russische Rüstungskonzerne – konnten sich über rund 16.000 Sendungen aus dem Herzen Europas freuen. Vom Getriebe bis zur Zieloptik, made in Germany.
Und weil’s besonders professionell ablief, mischten auch staatliche Stellen aus Russland mit – man arbeitet eben am liebsten mit verlässlichen Partnern. Der deutsche Nachrichtendienst schaute ebenfalls interessiert zu – diesmal aber nicht nur im Livestream.
Bleibt zu hoffen, dass beim nächsten Mal der Export nicht nur wegen Geld, sondern vielleicht auch mal wieder wegen Frieden gestoppt wird. Aber wer weiß – vielleicht war’s ja alles nur ein großer logistischer Irrtum?
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