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Experten warnen: Anheizen ethnischer Konflikte im Iran könnte „Tod und Zerstörung“ bringen

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay
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Während die USA und Israel ihre militärischen Angriffe auf Iran mit Bomben und Raketen fortsetzen, deuten Berichte darauf hin, dass kurdische Milizen an der iranisch-irakischen Grenze möglicherweise einen Angriff auf iranische Sicherheitskräfte vorbereiten. Ziel könnte sein, einen möglichen Volksaufstand zu unterstützen, den US-Präsident Donald Trump öffentlich begrüßt hat.

Die US-Regierung bestreitet jedoch, direkt an solchen Plänen beteiligt zu sein. Trump erklärte gegenüber Reuters lediglich, ein solcher Aufstand wäre „großartig“ und er würde ihn unterstützen.

Seit Beginn der Angriffe am 28. Februar wurden laut Berichten mehr als 1.000 Menschen getötet, darunter sechs US-Soldaten.

Irans komplexe ethnische Zusammensetzung

Iran ist ein multiethnischer Staat mit verschiedenen Bevölkerungsgruppen, darunter Perser, Aserbaidschaner, Kurden, Araber und Belutschen. Perser stellen zwar etwa die Hälfte der rund 85 Millionen Einwohner, doch andere Gruppen spielen ebenfalls eine wichtige politische und gesellschaftliche Rolle.

So war der bei den Angriffen getötete Oberste Führer Ali Khamenei ethnischer Aserbaidschaner, und auch Präsident Masoud Pezeshkian hat sowohl aserbaidschanische als auch kurdische Wurzeln.

Der Analyst Alex Shams warnt daher davor, ethnische Spannungen bewusst zu schüren:

Die Vorstellung, Iran werde ausschließlich von Persern kontrolliert, sei falsch. Alle ethnischen Gruppen seien Teil des politischen Systems. Versuche, sie gegeneinander auszuspielen, seien gefährlich und hätten kaum Aussicht auf Erfolg.

Wichtige ethnische Gruppen im Iran

Neben den Persern leben mehrere große Minderheiten im Land:

  • Aserbaidschanische Türken: etwa 25–30 % der Bevölkerung

  • Kurden: rund 10 %

  • Araber

  • Belutschen

Viele dieser Gruppen leben in Grenzregionen:

  • Kurden nahe Irak und Türkei

  • Aserbaidschaner nahe Aserbaidschan

  • Araber nahe Irak

  • Belutschen nahe Pakistan

Diese Minderheiten fordern häufig mehr Rechte, etwa das Recht, ihre eigene Sprache zu sprechen und zu unterrichten.

Die Rolle der Kurden

Die Kurden sind mit 30 bis 45 Millionen Menschen die größte ethnische Gruppe weltweit ohne eigenen Staat. Ihr Siedlungsgebiet erstreckt sich über Teile der Türkei, Irans, Iraks und Syriens.

In einigen Regionen kämpfen kurdische Gruppen seit Jahrzehnten für mehr Autonomie. In Syrien etwa bildet eine kurdische Miliz einen zentralen Teil der von den USA unterstützten Kräfte im Kampf gegen den IS.

Ein bewaffneter Aufstand iranischer Kurden könnte die Stabilität des Landes erheblich gefährden und auch andere separatistische Bewegungen, etwa unter den Belutschen, stärken.

Regierung unter wachsendem Druck

Iran reagierte auf die Angriffe vom 28. Februar mit Gegenangriffen auf US-Militärbasen und Ziele in der Region, teilweise sogar in Ländern, die zuvor als Verbündete galten. So erklärte etwa Aserbaidschan, nach iranischen Drohnenangriffen Vergeltung üben zu wollen.

Einige Experten sehen das iranische Regime daher in einer zunehmend schwierigen Lage. In Grenzregionen führen ethnische Gruppen laut Berichten regelmäßig Angriffe auf staatliche Einrichtungen durch.

Manche Beobachter vergleichen die aktuelle Situation sogar mit der Zeit kurz vor dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991.

Warnung vor ethnischer Spaltung

Andere Experten warnen jedoch davor, ethnische Spannungen als politische Strategie zu nutzen.

Viele ethnische Gruppen hätten gemeinsam für mehr Freiheit im Iran gekämpft – etwa bei den „Woman, Life, Freedom“-Protesten 2022, bei denen auch viele Kurden beteiligt waren.

Der Versuch, ethnische Konflikte gezielt zu verstärken, könne daher verheerende Folgen haben.

Das gezielte Ausnutzen solcher Spannungen sei ein „Rezept für Tod und Zerstörung“.

Zudem hätten viele Iraner vor den aktuellen Angriffen selbst für politische Veränderungen gekämpft. Durch den Krieg seien nun jedoch viele Menschen gezwungen, vor Bombardierungen zu fliehen.

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