Der ehemalige Disney-CEO Michael Eisner hat die Entscheidung seines Nachfolgers Bob Iger scharf kritisiert, die „Jimmy Kimmel Live!“-Show auf unbestimmte Zeit aus dem Programm zu nehmen. Hintergrund war massiver Druck seitens der US-Medienaufsicht FCC sowie der Sendergruppen Nexstar und Sinclair, nachdem Kimmel in einer Sendung am 15. September den getöteten Rechtsaußen-Aktivisten Charlie Kirk in Zusammenhang mit der MAGA-Bewegung gebracht hatte.
„Wo ist die Führung geblieben? Wenn nicht Uni-Präsidenten, Kanzleipartner und Konzernchefs gegen Einschüchterung aufstehen – wer dann?“, schrieb Eisner am 19. September auf X. Die Suspendierung Kimmels direkt nach Drohungen des von Trump eingesetzten FCC-Chefs Brendan Carr sei „ein weiteres Beispiel für außer Kontrolle geratene Einschüchterung“.
Eisner spottete weiter: „Vielleicht hätte die Verfassung sagen sollen: ‚Der Kongress darf keine Gesetze erlassen, die die Meinungs- oder Pressefreiheit einschränken – außer es dient den eigenen politischen oder finanziellen Interessen.‘“
Der Ex-Disney-Boss, der das Unternehmen von 1984 bis 2005 führte, stellte sich zugleich klar hinter den Talkmaster: „Fürs Protokoll: Dieser Ex-CEO hält Jimmy Kimmel für sehr talentiert und witzig.“
Währenddessen wächst die Kritik an Disneys Entscheidung: Von New York bis Kalifornien demonstrieren Fans gegen die Suspendierung, auch vor den Studios in Burbank. In sozialen Medien dokumentieren Nutzer ihre Kündigungen von Disney+- und Hulu-Abos unter den Hashtags #CancelDisney und #CancelHulu.
Brisant ist zudem, dass Nexstar Media kurz vor dem Abschluss einer 6,2-Milliarden-Dollar-Fusion mit Tegna steht – ein Deal, der nur mit Zustimmung der FCC umgesetzt werden kann. Kritiker warnen vor einer weiteren Konzentration im US-TV-Markt, da Nexstar damit mehr als 39 Prozent der US-Haushalte erreichen würde.
Bob Iger, der seit 2022 erneut an der Spitze von Disney steht, hat sich bislang nicht öffentlich zu der Kimmel-Suspendierung geäußert.
Kommentar hinterlassen