Startseite Allgemeines Europäische Rüstungsaktien auf Rekordhoch nach Eklat zwischen Trump und Selenskyj
Allgemeines

Europäische Rüstungsaktien auf Rekordhoch nach Eklat zwischen Trump und Selenskyj

lavnatalia (CC0), Pixabay
Teilen

Nach dem turbulenten Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sind die Aktien europäischer Rüstungsunternehmen am Montag sprunghaft gestiegen. Anleger erwarten nun massive Investitionen in die Verteidigung Europas, da die transatlantischen Beziehungen zunehmend unsicher erscheinen.

Stärkster Kursanstieg seit Jahren

Der STOXX Europe Total Market Aerospace & Defense Index verzeichnete am Montag bis zum frühen Nachmittag einen Anstieg von fast 7,9 % – der größte Tageszuwachs seit fünf Jahren. Seit Jahresbeginn ist der Index bereits um über 30 % gestiegen.

Besonders profitierten einzelne Rüstungsfirmen:

  • Die Aktie des deutschen Rheinmetall legte um 12,9 % zu.
  • Der britische Rüstungskonzern BAE Systems stieg um 14,3 %.
  • Der italienische Hersteller Leonardo gewann 12,1 % an Wert.

Hintergrund dieser Kursrallye ist die wachsende Sorge, dass sich die USA als bisherige Schutzmacht Europas zurückziehen könnten.

Wachsende Unsicherheit nach Trump-Selenskyj-Treffen

Beim Treffen im Weißen Haus hatte Trump Selenskyj vor laufenden Kameras scharf kritisiert und ihm vorgeworfen, keinen Frieden mit Russland anzustreben. Eine klare Sicherheitsgarantie für die Ukraine verweigerte Trump erneut.

Dies verstärkte die Befürchtungen europäischer Regierungen, dass sich die USA aus ihrer traditionellen Rolle als Garant der europäischen Sicherheit zurückziehen könnten. Ein Umdenken in der Verteidigungspolitik Europas scheint unausweichlich.

Von der Leyen fordert „dringende“ Aufrüstung Europas

Beim Ukraine-Gipfel in London am Sonntag betonte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen die Notwendigkeit einer drastischen Erhöhung der Verteidigungsausgaben.

„Nach einer langen Zeit der Unterinvestition ist es jetzt von größter Bedeutung, die Verteidigungsausgaben für eine längere Zeit zu erhöhen.“

Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprach sich für eine deutliche Aufstockung aus. Während die EU-Länder 2024 rund 1,9 % ihres BIP für Verteidigung aufwendeten, fordert Macron eine Erhöhung auf 3 bis 3,5 %. NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg sieht den idealen Wert sogar bei über 3 % des BIP.

Fazit: Europa rüstet sich für eine ungewisse Zukunft

Laut Analysten von Berenberg müssen sich die europäischen NATO-Staaten darauf einstellen, mehr in ihre eigene Sicherheit zu investieren. Der Chefökonom der Bank, Holger Schmieding, betont:

„Europa kann noch darauf hoffen, dass die USA es verteidigen – aber es kann sich nicht mehr zu 100 % darauf verlassen.“

Die aktuellen Entwicklungen zeigen: Europa steht vor einer sicherheitspolitischen Wende, die nicht nur militärische, sondern auch wirtschaftliche Auswirkungen hat. Die Rüstungsindustrie gehört dabei zu den ersten Profiteuren.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

Hilary Knight wird Kapitänin des US-Fraueneishockeyteams bei Olympia 2026

Die US-Eishockeylegende Hilary Knight wurde offiziell zur Kapitänin des US-amerikanischen Frauenteams für...

Allgemeines

Neue Epstein-Fotos zeigen Prinz Andrew in kompromittierender Pose – Britischer Premier fordert Aussage

Neue Fotos aus Ermittlungsakten des US-Justizministeriums zeigen den ehemaligen britischen Royal Andrew...

Allgemeines

Trump droht Trevor Noah nach Epstein-Witz bei den Grammys mit Klage

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hat dem Komiker Trevor Noah mit rechtlichen...

Allgemeines

Milliardär Frank Stronach steht in Kanada wegen sexuellen Missbrauchs vor Gericht

Der 93-jährige austro-kanadische Unternehmer Frank Stronach muss sich in Kanada wegen mehrerer...