Nach Afghanistan-Äußerung: EU-Partner stellen sich Trump geschlossen entgegen
Nur wenige Tage nach dem Grönland-Eklat hat US-Präsident Donald Trump erneut für diplomatische Verstimmung in Europa gesorgt – diesmal mit herabwürdigenden Aussagen über den Einsatz europäischer NATO-Truppen in Afghanistan. Doch statt betretenem Schweigen folgte eine erstaunlich geschlossene und selbstbewusste Reaktion europäischer Staaten. Europa zeigt: Es lässt sich nicht mehr alles gefallen.
Trump hatte in einem Fox News-Interview behauptet, die NATO sei „nie wirklich gebraucht“ worden, und warf europäischen Partnern vor, sie hätten sich im Afghanistan-Einsatz „ein wenig im Hintergrund“ gehalten. Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten.
Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen nannte die Aussagen „nicht hinnehmbar“. Dänemark habe gemessen an seiner Bevölkerung die höchsten Verluste erlitten – 44 gefallene Soldaten, 37 davon direkt im Kampf. Auch Deutschlands Verteidigungsminister Boris Pistorius stellte klar: „Deutschland war da, als es gebraucht wurde.“ 59 deutsche Soldaten und drei Polizisten verloren im Einsatz ihr Leben.
Selbst Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni, sonst als Trump-Vertraute bekannt, wies dessen Äußerungen scharf zurück: Sie seien „nicht akzeptabel“ und widersprächen dem Geist der transatlantischen Freundschaft, die auf gegenseitigem Respekt beruhe.
Der dänische Veteranenverband reagierte fassungslos. Auch aus Großbritannien, Polen und Kanada kam deutliche Kritik. Besonders brisant: Trump stellte mit seinen Äußerungen den einzigen jemals ausgerufenen NATO-Bündnisfall infrage – ausgelöst nach den Anschlägen vom 11. September 2001 auf amerikanischem Boden.
Wenige Stunden nach der internationalen Empörungswelle ruderte Trump halbherzig zurück. Auf „Truth Social“ lobte er britische Soldaten als „größte Krieger“ und bezeichnete die Verbindung zu Großbritannien als „unerschütterlich“ – eine Entschuldigung blieb jedoch aus.
Europas Reaktion ist ein Signal: Statt sich weiter abkanzeln zu lassen, zeigt die EU Geschlossenheit. Der Fall zeigt, dass sich Europas Staaten zunehmend als eigenständige geopolitische Kraft verstehen – und bereit sind, rote Linien zu ziehen. Europa wird erwachsen.
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