Europa

EuGH sagt ok

QuinceCreative (CC0), Pixabay
Teilen

Ein Unternehmen kann intern das Tragen von religiösen und weltanschaulichen Zeichen verbieten, wenn die Regel auf alle Beschäftigten angewandt wird. Religion und Weltanschauung seien dabei ein und derselbe mögliche Diskriminierungsgrund, erklärte der Europäische Gerichtshof (EuGH) heute in Luxemburg. Es ging um eine Muslimin in Belgien, die wegen ihres Kopftuchs eine Praktikumsstelle nicht bekommen hatte.

In dem Unternehmen, einer Wohnungsverwaltung, dürfen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihrer Kleidung keine Weltanschauung zum Ausdruck bringen. Auch eine andere Art von Kopfbedeckung wurde der Bewerberin nicht erlaubt. Sie klagte vor einem Arbeitsgericht in Brüssel. Das dortige Gericht bat den EuGH um Auslegung des europäischen Rechts.

Dieser sah nun in einer solchen internen Regelung eines Unternehmens keine direkte verbotene Diskriminierung. Es könne sich aber um eine mittelbare Ungleichbehandlung handeln, wenn Menschen mit einer bestimmten Religion oder Weltanschauung besonders benachteiligt würden. Ob das so sei, müsse das Arbeitsgericht beurteilen. Auch eine mittelbare Ungleichbehandlung müsse aber keine Diskriminierung darstellen, wenn sie sachlich gerechtfertigt sei.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Europa

Selenskyi fordert Trump zu einem Besuch der Ukraine auf

Zum vierten Jahrestag der russischen Großinvasion hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyi...

Europa

Präsidentin des Louvre tritt zurück wegen Untersuchung zum Juwelendiebstahl

Die Präsidentin des Louvre ist zurückgetreten, nachdem eine Untersuchung zum spektakulären Juwelendiebstahl...

Europa

Frankreich verbietet dem US-Botschafter Charles Kushner Zugang zu Ministern

Die französische Regierung hat dem US-Botschafter in Paris, Charles Kushner, den direkten...

Europa

Grönland weist Trumps medizinisches „Hilfsangebot“ zurück

Grönland hat ein medizinisches Hilfsangebot von US-Präsident Donald Trump höflich, aber deutlich...