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EU sagt dem Heimwerker-Rambo den Kampf an

AlexKopeykin (CC0), Pixabay
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Wer bisher dachte, der 3-D-Drucker sei nur da, um Handyhüllen, Zahnräder oder leicht schiefe Mini-Eiffeltürme zu produzieren, bekommt nun Post aus Brüssel. Die EU-Kommission will nämlich verhindern, dass aus dem gemütlichen Bastelabend plötzlich „Tatort: Wohnzimmer“ wird.

Konkret geht es um Waffen aus dem 3-D-Drucker. Also nicht um Plastikdinos – sondern um ernsthafte Knallgeräte aus dem heimischen Drucker. Und da hört für die EU der Spaß auf.

Nach dem neuen Vorschlag soll jeder, der Baupläne für solche Waffen online stellt oder anderweitig verteilt, mit mindestens zwei Jahren Gefängnis rechnen müssen. Auch wer einfach nur so eine digitale Blaupause erstellt, herunterlädt oder speichert, ohne Erlaubnis, könnte sich strafbar machen. Anders gesagt: „Nur mal aus Neugier downloaden“ zählt künftig nicht mehr als Hobby.

Der zuständige EU-Innenkommissar erklärte, organisierte Kriminelle und Terroristen würden neue Technologien und Gesetzeslücken ausnutzen. Mit einheitlichen Regeln wolle man diese Schlupflöcher schließen und Europa sicherer machen. Übersetzt: Der 3-D-Drucker soll nicht zur Heimwerker-Alternative für dunkle Gestalten werden.

Bislang gibt es in vielen EU-Staaten kaum spezielle Regeln für solche digitalen Baupläne. Das Internet war also bisher eine Art Baumarkt ohne Kasse – zumindest was 3-D-Waffen angeht. Das möchte Brüssel nun ändern.

Und es bleibt nicht nur beim Drucker. Die geplante Richtlinie sieht auch härtere Mindeststrafen für illegale Schusswaffen vor: Fünf Jahre Gefängnis für Besitz, mindestens acht Jahre für Herstellung oder Handel. Da wird selbst der ambitionierteste Hobby-Gangster kurz überlegen, ob sich das Projekt „Do-it-yourself-Armory“ wirklich lohnt.

Bevor jetzt allerdings alle Drucker panisch vom Strom getrennt werden: Die Vorschläge müssen erst noch von den EU-Staaten und dem Europaparlament abgesegnet werden. Bis dahin dürfen weiterhin Blumenvasen und Ersatzteile gedruckt werden – nur eben keine „Überraschungspakete mit Abzug“.

Fazit: Der 3-D-Drucker bleibt kreativ. Aber wer künftig versucht, damit die Rüstungsindustrie aus dem Hobbykeller herauszufordern, könnte statt eines Ausdrucks plötzlich eine Vorladung erhalten.

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