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Estrogen-Pflaster knapp: Frauen kämpfen monatlich um lebenswichtige Hormontherapie

TheDigitalArtist (CC0), Pixabay
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Immer mehr Frauen in den USA stehen vor einem ernsten Problem: Ihre verschriebenen Estrogen-Pflaster, die zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden eingesetzt werden, sind kaum noch erhältlich. Der Engpass betrifft Millionen Betroffene – und treibt sie teils zu drastischen Maßnahmen.

Von Apotheke zu Apotheke – und trotzdem kein Pflaster

Die 55-jährige Jenny Carrick beschreibt jeden Monatsbeginn als ein Glücksspiel: „Wird mein Pflaster diesmal da sein?“
Seit die US-Arzneimittelbehörde (FDA) im Herbst 2025 eine Warnung zu Estrogen aufgehoben hat, ist die Nachfrage stark gestiegen. Gleichzeitig sorgen Produktionsprobleme und Marktrückzüge für leere Regale.

Einige Frauen müssen auf teure Markenpräparate (bis zu 300 Dollar im Monat) umsteigen – nicht erstattungsfähig durch Versicherungen. Andere fahren stundenlang, um eine Packung Pflaster zu ergattern.

Hormontherapie oft einziger Ausweg – jetzt nicht lieferbar

Hormonersatztherapie (HRT) ist laut der Menopause Society die wirksamste Behandlungsform bei Wechseljahresbeschwerden wie Schlafstörungen, Hitzewallungen oder Stimmungsschwankungen. Sie schützt außerdem vor Osteoporose und kann Libido und Gedächtnis verbessern. Auch trans Personen nutzen sie im Rahmen geschlechtsangleichender Behandlungen.

Carrick, Kommunikationsdirektorin aus Kalifornien, erzählt: „Wenn ich mein Pflaster nicht bekomme, leidet nicht nur mein Körper – auch meine Familie.“

„Wäre Viagra betroffen, gäbe es längst einen Aufschrei“

Viele Betroffene zeigen sich frustriert über die mangelnde öffentliche Aufmerksamkeit. Abbie Schiller aus Los Angeles sagt: „Wenn es bei Viagra einen Engpass gäbe, wäre das in allen Schlagzeilen.“

Sie selbst verbrachte kürzlich sieben Stunden mit Telefonaten, um ein Rezept zu erhalten. „Wir sind Mütter, Unternehmerinnen, Entscheidungsträgerinnen – wir brauchen dieses Medikament.“

Ärzte raten: Nicht rationieren – Alternativen nutzen

Dr. Heather Hirsch, Gründerin der Menopause-Klinik in Boston, rät Frauen:

  • Nicht rationieren, das könne mehr schaden als helfen

  • Alternativen wie Gel, Spray oder Ringe ausprobieren

  • Auch orale Estrogene seien für viele gesunde Frauen eine Option

  • Zudem könnten Versandapotheken eine Lösung sein

Dosisschwankungen bei Generika – Symptome kehren zurück

Ein weiteres Problem: Frauen wie Alyssa Mastromonaco erhalten durch die Knappheit ständig unterschiedliche Generika, was zu starken Dosisschwankungen führt. Ihre Symptome kehrten zurück.
„Ein Pflaster hatte minus 20 %, ein anderes plus 15 % Wirkstoff – kein Wunder, dass mein Körper verrückt spielte.“

Sie wechselte zu einem Telemedizin-Anbieter, der ihr wieder gleichbleibende Qualität in 90-Tage-Paketen liefert – gegen Aufpreis, aber „es ist es wert“.

Fazit: Lebensqualität am seidenen Faden

Was viele Frauen aktuell erleben, ist nicht nur ein logistisches Problem, sondern auch eine Frage der Gerechtigkeit. Während über andere Medikamente große Empörung herrscht, bleibt dieser Mangel weitgehend unbeachtet – obwohl er das Leben von Millionen Frauen massiv beeinträchtigt.

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