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Eskalation im Nahen Osten – Zahlreiche Verletzte nach Raketenangriffen

RichardMc (CC0), Pixabay
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Bei einem iranischen Raketenangriff auf ein Wohngebäude nahe Jerusalem sind nach Angaben des israelischen Rettungsdienstes Magen David Adom (MDA) fast 20 Menschen verletzt worden. Zwei Personen befinden sich in kritischem Zustand, zwei weitere – darunter ein zehnjähriges Mädchen – wurden schwer verletzt. Eine weitere Person erlitt mittelschwere Verletzungen. Videoaufnahmen vom Einsatzort zeigen Feuerwehrkräfte bei Löscharbeiten, während dichter Rauch aus einem schwer beschädigten Gebäude aufsteigt. Es handelt sich offenbar um einen der wenigen direkten Treffer auf israelischem Staatsgebiet seit Beginn der jüngsten Angriffswelle.

Unterdessen dementierte ein hochrangiger iranischer Vertreter Berichte, wonach Teheran Angriffe auf Staaten der Region plane. Ali Laridschani, Vorsitzender des iranischen Nationalen Sicherheitsrates, erklärte, Ziel seien ausschließlich US-Militärstützpunkte in der Region. Diese Einrichtungen seien „nicht das Territorium der Länder der Region, sondern das der Vereinigten Staaten“. Über die Schweizer Botschaft habe man Washington gewarnt, dass im Falle weiterer Angriffe US-Stützpunkte ins Visier genommen würden.

Trotz dieser Aussage wurden seit Samstag zahlreiche zivile Ziele im Golfraum getroffen. Berichten zufolge schlugen Raketen und Drohnen unter anderem in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain, Katar, Kuwait, Jordanien und Saudi-Arabien ein. Auch aus Abu Dhabi wurden Explosionen und Rauchentwicklung nahe eines Hafens gemeldet. Die genauen Hintergründe sind bislang unklar.

In Iran selbst gibt es widersprüchliche Berichte über einen Angriff auf eine Mädchenschule in Minab, bei dem laut örtlichen Behörden fast 150 Menschen ums Leben gekommen sein sollen. Das israelische Militär erklärte, man prüfe diese Angaben. Eine unabhängige Bestätigung liegt derzeit nicht vor.

Israel teilte zudem mit, bei gemeinsamen Angriffen mit den USA einen Großteil der iranischen Militärführung getötet zu haben, darunter angeblich auch Generalstabschef Abdolrahim Mousavi. Iranische Staatsmedien bestätigten den Tod mehrerer hochrangiger Sicherheitsvertreter.

International wächst die Sorge vor einer weiteren Eskalation. Papst Leo XIV. äußerte sich nach dem Angelus-Gebet im Vatikan „zutiefst besorgt“ und rief zu einem Ende der „Spirale der Gewalt“ auf. Stabilität könne nur durch Dialog erreicht werden, nicht durch gegenseitige Drohungen oder Waffengewalt.

Auch aus China, der Europäischen Union und Nordkorea kamen teils scharfe Reaktionen auf die jüngsten Entwicklungen. Chinas Außenminister Wang Yi verurteilte die Angriffe als völkerrechtswidrig und warnte vor einem „gefährlichen Abgrund“ für die gesamte Region.

Die Lage wirkt sich zunehmend auf den internationalen Flug- und Schiffsverkehr aus. Mehrere Staaten, darunter Iran, Israel, Katar und Bahrain, haben ihre Lufträume geschlossen. Große Fluggesellschaften wie Lufthansa, Air France und Qatar Airways haben zahlreiche Flüge gestrichen. Am Sonntag waren weltweit Tausende Flüge verspätet oder annulliert.

Auch die wichtige Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus bleibt angespannt. Berichte über Angriffe auf Tanker sowie eine erhöhte militärische Aktivität sorgen für erhebliche Risiken für den internationalen Handel.

Die Situation im Nahen Osten bleibt dynamisch. Weitere Entwicklungen werden erwartet.

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