Nach massiven Luftangriffen der USA und Israels auf Ziele im Iran hat sich die Lage in der Region dramatisch zugespitzt. Iran bestätigte den Tod von Ayatollah Ali Khamenei. US-Präsident Donald Trump deutete an, die Angriffe zielten auf einen Regimewechsel ab und könnten im Laufe der Woche fortgesetzt werden.
Schwere Angriffe und zivile Opfer
Die Luftschläge trafen zahlreiche Ziele im gesamten Iran. Berichten zufolge wurde bei einem Angriff in der Nähe eines Militärstützpunkts eine Grundschule getroffen, wobei mehr als 100 Mädchen ums Leben kamen.
Neben Khamenei wurden laut iranischen Staatsmedien auch Verteidigungsminister Aziz Nasirzadeh, Generalstabschef Abdolrahim Mousavi sowie weitere hochrangige Militärführer getötet.
Iran startet neue Angriffswelle
Als Reaktion hat Iran eine neue Welle von Raketen- und Drohnenangriffen in der gesamten Region gestartet. Die Revolutionsgarden sprechen von einer „sechsten Angriffswelle“. Ziele waren unter anderem Israel sowie US-Militärstützpunkte.
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Israel: Raketenalarm in mehreren Landesteilen, Luftabwehrsysteme im Einsatz.
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Dubai (VAE): Explosionen und Rauchentwicklung über der Stadt. Trümmerteile abgefangener Geschosse verursachten Brände im Hafen von Jebel Ali. Zwei Menschen wurden verletzt.
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Doha (Katar): Mehrere Explosionen; mindestens 16 Verletzte und begrenzte Sachschäden.
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Bahrain: Luftabwehr fing laut Staatsmedien mindestens 45 Raketen und neun Drohnen ab.
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Irak: Rauch über dem Flughafen von Erbil; in Bagdad versuchten Demonstrierende, in die stark gesicherte „Green Zone“ mit der US-Botschaft einzudringen.
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Oman: Der Handelshafen Duqm wurde von zwei Drohnen getroffen, ein Arbeiter verletzt.
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Kuwait: Videoaufnahmen zeigen den Absturz einer Drohne an der Küste.
Ein hochrangiger iranischer Vertreter erklärte zudem, keine US-Kriegsschiffe würden künftig in den Persischen Golf einlaufen dürfen. Zuvor hatte die US-Marine dort eine größere Flottenpräsenz aufgebaut.
Unruhen in der Region
In Pakistan stürmten Demonstrierende das Gelände des US-Konsulats in Karatschi. Sechs Menschen kamen ums Leben, rund 20 wurden verletzt. Auch im Irak kam es zu Massenprotesten gegen die US-israelischen Angriffe. Die irakische Regierung rief drei Tage Staatstrauer aus und verurteilte die Militärschläge als „eklatante Aggression“.
Internationale Auswirkungen
Das US-Außenministerium verschärfte Reisehinweise für Bahrain und erlaubte nicht zwingend notwendigem Personal die Ausreise. Auch in anderen Ländern der Region wurden Sicherheitsmaßnahmen erhöht.
Auswirkungen auf den Ölmarkt
Analysten warnen vor erheblichen Folgen für den globalen Energiemarkt. Besonders kritisch ist die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels abgewickelt wird. Eine Blockade oder Angriffe auf wichtige Förderanlagen – etwa in Saudi-Arabien – könnten die Ölpreise stark steigen lassen und die ohnehin angespannte wirtschaftliche Lage vieler Länder verschärfen.
Wie stark ist Irans militärisches Potenzial noch?
Trotz erheblicher Verluste setzt Teheran seine Angriffe fort. Unklar ist jedoch, wie stark die iranischen Raketen- und Drohnenarsenale nach den massiven Angriffen tatsächlich noch sind. Unabhängige Satellitenbilder zur Einschätzung des Ausmaßes der Zerstörungen liegen bislang nur begrenzt vor.
Militärexperten weisen darauf hin, dass sowohl die USA als auch Israel bei früheren Konflikten große Mengen ihrer schwer ersetzbaren Abfangraketen verbraucht haben. Sollte Iran über erhebliche Reserven verfügen und den Konflikt in die Länge ziehen, könnte dies die Verteidigungskapazitäten der Gegenseite zunehmend belasten.
Die Lage bleibt äußerst angespannt. Während einige Menschen in den USA die Angriffe begrüßen, protestieren andere gegen eine weitere militärische Eskalation. In Iran wiederum stehen Berichte über Trauer und Wut neben vereinzelten Feiern – ein Zeichen für die tiefen innergesellschaftlichen Spannungen des Landes.
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