Der Iran hat Israel innerhalb kurzer Zeit mit zwei weiteren Angriffswellen überzogen. Nach Angaben der israelischen Polizei gingen am späten Abend Meldungen über herabfallende Trümmerteile im Großraum Tel Aviv ein. Einsatzkräfte sowie Bombenentschärfungsteams sicherten die betroffenen Gebiete und sperrten sie ab.
Rettungsdienste berichteten, dass eine Frau durch herabstürzende Teile leicht verletzt wurde. Kurz darauf meldete die israelische Armee eine zweite Raketenwelle aus dem Iran. In Tel Aviv und im Zentrum des Landes heulten die Sirenen. Augenzeugen berichteten von Explosionen in Jerusalem; auch nördlich von Tel Aviv waren Raketen am Himmel zu sehen.
Rubio präzisiert Begründung für US-Angriff
US-Außenminister Marco Rubio hat seine Darstellung zum Auslöser der amerikanischen Angriffe auf den Iran angepasst. Hatte er zuvor erklärt, der Schritt stehe im Zusammenhang mit geplanten israelischen Militäraktionen, betonte er nun, die Entscheidung sei aus Gründen der nationalen Sicherheit der USA erfolgt.
In Washington sagte Rubio, es sei nicht mehr um die Frage gegangen, ob die Vereinigten Staaten den Iran angreifen würden, sondern lediglich um den Zeitpunkt. Präsident Donald Trump habe entschieden, dass der Iran weder sein Programm für ballistische Raketen weiter ausbauen noch in den Besitz von Atomwaffen gelangen dürfe.
Zuvor hatten Rubio und der Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, auf die Entschlossenheit Israels verwiesen, gegebenenfalls auch ohne amerikanische Unterstützung militärisch zu handeln. Rubio erklärte zudem, Washington habe befürchtet, bei einem iranischen Gegenschlag gegen Israel könnten auch US-Streitkräfte stärker in Mitleidenschaft gezogen werden.
UNO fordert Untersuchung nach Angriff auf Mädchenschule
Nach Berichten über einen Angriff auf eine Mädchenschule im iranischen Minab mit zahlreichen Todesopfern fordert das UNO-Menschenrechtsbüro eine umfassende Untersuchung. Nach iranischen Angaben kamen mindestens 168 Schülerinnen im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren sowie 26 Lehrerinnen und vier Eltern ums Leben.
Eine Sprecherin des Büros des UNO-Hochkommissars für Menschenrechte erklärte, sollten sich die Berichte bestätigen, könnte es sich um ein Kriegsverbrechen handeln. Die Verantwortung für die Untersuchung liege bei den Streitkräften, die den Angriff ausgeführt hätten. Die Ergebnisse müssten veröffentlicht und mögliche Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen werden.
Das internationale humanitäre Völkerrecht verpflichtet Konfliktparteien, zwischen militärischen Zielen und Zivilbevölkerung zu unterscheiden. Angriffe müssen notwendig und verhältnismäßig sein. Ob diese Prinzipien im vorliegenden Fall verletzt wurden, lasse sich derzeit noch nicht abschließend beurteilen.
In Minab nahmen Tausende Menschen an einem öffentlichen Begräbnis für die getöteten Kinder teil.
Reaktionen aus den USA und Israel
US-Außenminister Rubio erklärte, die Vereinigten Staaten würden „nicht absichtlich eine Schule ins Visier nehmen“. Details zu dem konkreten Vorfall lägen ihm nicht vor. Das Pentagon und das zuständige Regionalkommando äußerten sich zunächst nicht, kündigten jedoch an, Berichte über zivile Opfer im Zusammenhang mit laufenden Operationen zu prüfen.
Israels UNO-Botschafter Danny Danon sprach von widersprüchlichen Informationen. Neben iranischen Vorwürfen gegen Israel und die USA gebe es auch Berichte, wonach die iranische Revolutionsgarde selbst verantwortlich sein könnte. Eine unabhängige Bestätigung dieser Angaben liegt bislang nicht vor.
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