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Er verlor sein Zuhause für eine Schule, die nie gebaut wurde – jetzt kämpft seine Familie für Gerechtigkeit

WilliamCho (CC0), Pixabay
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Als George Houston, ein Analphabet, im Jahr 1968 mit einem einfachen X unterschrieb, endete für seine Familie die Hoffnung auf generationenübergreifenden Wohlstand. Er gab damit fast vier Hektar Land auf – Land, das er und seine Frau Rachel mit harter Arbeit erworben hatten, um ihren Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen.

Wie viele afroamerikanische Familien in den USA wurde auch die Familie Houston Opfer eines bekannten Mittels der Enteignung: Eminent Domain, das Recht des Staates, Land für öffentliche Zwecke zu enteignen. Angeblich sollte auf dem Gelände eine Schule gebaut werden – die Apollo Middle School.

Doch die Schule wurde nie errichtet.

Stattdessen stehen heute luxuriöse Eigenheime mit Dreiwagen-Garagen und gepflegten Rasenflächen auf dem Grundstück, auf dem einst ein ehemaliger Sharecropper (Pächter) und eine frühere Hausangestellte ihre Träume verwirklichen wollten.

Die Schulbehörde von Renton zahlte damals 44.630 US-Dollar für das Grundstück der Houstons. Insgesamt erwarb sie fast acht Hektar Land von drei Familien – darunter eine weitere afroamerikanische – für 92.184 Dollar. Zwölf Jahre später verkaufte die Behörde das Land für 186.675 Dollar an einen privaten Entwickler – heute inflationsbereinigt über 770.000 Dollar.

„Unser Leben wurde beraubt“

„Alles, was meinen Eltern gehörte, wurde ihnen genommen“, sagt John Houston, 71, jüngster Sohn der Familie. „Es wurde uns allen gestohlen – uns Kindern, den Enkeln, allen.“

George und Rachel Houston gehörten zu den vielen Schwarzen Amerikaner:innen, die in den 1950er-Jahren vor dem Rassismus des Südens flohen. Sie kamen aus Louisiana, wo sie nur eine minimale Schulbildung erhalten hatten. George arbeitete auf Feldern, Rachel als Hausangestellte. Die Hoffnung auf ein besseres Leben trieb sie in den Nordwesten der USA – konkret nach Renton bei Seattle.

Dort konnten sie 1953 ein Stück Land kaufen. Es war sumpfig und schwer bebaubar, aber es war ihr eigenes. John wurde im selben Jahr geboren.

Damals war es für Schwarze kaum möglich, legal Land zu erwerben – rassistische Klauseln in Grundbüchern, sogenannte „Redlining“-Praktiken, machten den Traum vom Eigenheim für viele unerreichbar.

Ein Traum, der zum Albtraum wurde

Die Schulbehörde setzte die Houstons über Jahre hinweg unter Druck, ihr Land zu verkaufen. Zwei mysteriöse Brände und ein Anschlag mit einem Sprengsatz auf der Veranda 1966 ließen die Familie schließlich glauben, dass sie gezielt eingeschüchtert werden sollte. George unterschrieb – mit einem X.

Später stellte sich heraus: Die Schule, für die das Land angeblich gebraucht wurde, wurde nie gebaut. Stattdessen entstand ein Wohngebiet, dessen heutiger Marktwert auf über 100 Millionen Dollar geschätzt wird.

Eine neue Gesetzgebung – zu spät für die Houstons

Im Jahr 2025 trat in Washington ein neues Gesetz in Kraft: Das Houston Eminent Domain Fairness Act gibt ehemaligen Eigentümer:innen das Recht, ihr Land zurückzukaufen, wenn es entgegen der Planung nicht genutzt wurde. Doch es wirkt nicht rückwirkend – für die Familie Houston kommt es zu spät.

„Das ist kein Geld der Schulbehörde, sondern der Steuerzahler“, sagte ein Sprecher der Renton School District. Man habe alles geprüft, aber rechtlich gebe es keine Möglichkeit zur Entschädigung.

Ein Mann kämpft für Gerechtigkeit

Nach dem Verkauf des Hauses zerbrach die Familie. George und Rachel ließen sich scheiden. Rachel arbeitete in mehreren Jobs, um die Kinder zu ernähren. George zog weg und starb fünf Jahre später. John und einige Geschwister gerieten auf die schiefe Bahn.

John Houston schaffte den Absprung. Er wurde clean, machte seinen Abschluss und arbeitete zehn Jahre lang als Drogenberater – ausgerechnet im Schuldistrikt, der seiner Familie einst das Zuhause nahm.

Heute kämpft er weiter – für Gerechtigkeit, für Anerkennung, für seine Eltern. Sein Engagement inspirierte nicht nur ein Gesetz, sondern auch eine neue Generation.

„Mein Vater würde sagen: ‚Ich bin stolz auf dich, kleiner Junge’“, sagt John. „Ich glaube, das würde er auch heute noch sagen.“

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