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Epstein-Akten: Wer hat hier den Aktendeckel draufgelassen?

qimono (CC0), Pixabay
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In Washington sorgt wieder einmal ein Stapel Papier für Schnappatmung – diesmal geht es um die berüchtigten Epstein-Akten. Laut Medienberichten soll die US-Regierung einige Dokumente zurückhalten, in denen eine Frau schwere Vorwürfe gegen Präsident Donald Trump erhebt.

Der demokratische Abgeordnete Robert Garcia sprach auf X (früher Twitter, heute Dauerempörungsmaschine) vom „größten Vertuschungsskandal einer Regierung in der jüngeren Geschichte“. Das Justizministerium wiederum reagierte sinngemäß mit: „Also bitte, wir verstecken doch nichts. Höchstens sehr ordentlich.“

Memos, Listen und das große Blättern

NPR und die New York Times berichten von FBI-Memos, in denen die Aussagen einer Frau zusammengefasst sein sollen. Diese habe 2019 – nach Epsteins Verhaftung – angegeben, als Minderjährige sowohl von Epstein als auch von Trump missbraucht worden zu sein.

Dass es diese Memos überhaupt gibt, weiß man nicht etwa aus einem geheimen Leck, sondern aus einem veröffentlichten Index. Ja, richtig: Man veröffentlichte eine Liste, auf der stand, welche Unterlagen es gibt – nur eben nicht alle Unterlagen selbst.

Von insgesamt sechs Millionen Seiten wurden rund drei Millionen freigegeben. Die anderen drei Millionen? Angeblich „nicht relevant“. In Washington bedeutet das vermutlich: relevant genug für eine Liste, aber nicht für die Öffentlichkeit.

Epstein, der Dauer-Skandal

Jeffrey Epstein stand im Verdacht, über Jahre hinweg Minderjährige missbraucht und Kontakte zu Prominenten gepflegt zu haben – oder anders gesagt: ein Netzwerk, das eher nach Hollywood-Drehbuch als nach Gerichtsakte klingt.

2008 wurde er bereits verurteilt, kam aber dank eines umstrittenen Deals mit erstaunlich kurzer Haft davon. Später wurde er erneut angeklagt – und starb 2019 im Gefängnis. Seitdem produziert der Fall zuverlässig Schlagzeilen, Theorien und sehr viel Stirnrunzeln.

Trump und die Akten – eine komplizierte Beziehung

Trump war früher Nachbar Epsteins und wehrte sich im vergangenen Jahr monatelang gegen die Veröffentlichung der Akten. Erst der Kongress setzte die Freigabe im Herbst durch. Ein Fehlverhalten konnte dem Präsidenten bislang nicht nachgewiesen werden – was in diesem Fall allerdings nicht bedeutet, dass alle Fragen beantwortet sind.

Kurz gesagt: Es gibt Millionen Seiten, eine Liste über nicht veröffentlichte Seiten, Empörung in Dauerschleife und eine Regierung, die betont, alles sei ganz normal.

In Washington nennt man das vermutlich einen ruhigen Dienstag.

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