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QuinceCreative (CC0), Pixabay
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Der Oberste Gerichtshof in Washington hat entschieden, dass US-Universitäten Studentinnen und Studenten nicht aufgrund ihrer Hautfarbe bei der Zulassung bevorzugen dürfen. Dieses Grundsatzurteil spiegelt die konservative Mehrheit der Richter wider. Die langjährige Praxis der sogenannten „Affirmative Action“ verstoße nach Ansicht der Richter gegen die Verfassung. Der konservative Richter John Roberts betonte in seiner Begründung, dass ein Student aufgrund seiner individuellen Erfahrungen und nicht aufgrund seiner Rasse behandelt werden müsse. Der Begriff „Rasse“ wird in den USA verwendet, um Bevölkerungsgruppen aufgrund ihrer Hautfarbe zu unterscheiden.

Der Gerichtshof machte jedoch eine Ausnahme für Militärakademien, da diese potenziell unterschiedliche Interessen hätten. Diskussionen ergaben, dass es für die militärische Disziplin und den Zusammenhalt von Vorteil sei, wenn das Führungspersonal die Vielfalt der einfachen Truppen widerspiegele, die den Großteil der Kämpfe und des Sterbens in Kriegen übernehmen.

Des Weiteren erklärte der Gerichtshof, dass Universitäten Bewerberberichte berücksichtigen könnten, wie ihre Hautfarbe ihr Leben geprägt habe, jedoch nur im Hinblick auf den Beitrag zur Charakterqualität oder einzigartigen Fähigkeiten, die der Bewerber zur Universität beitragen kann.

Das Urteil betrifft Klagen der Studentenorganisation „Students for Fair Admissions“ gegen die Eliteuniversität Harvard und die University of North Carolina. Die Kläger argumentierten unter anderem, dass Bewerber mit asiatischen Wurzeln aufgrund der vorwiegend auf Afroamerikaner ausgerichteten Auswahlverfahren benachteiligt würden. Das Urteil des Supreme Court könnte dazu führen, dass die Zahl der Schwarzen an Universitäten drastisch zurückgeht.

Maßnahmen unter dem Schlagwort „Affirmative Action“ wurden in den 1960er Jahren im Rahmen der Bürgerrechtsbewegung eingeführt, um Afroamerikanern nach jahrhundertelanger Unterdrückung, Diskriminierung und Benachteiligung einen besseren Zugang zu hochwertiger Bildung zu ermöglichen. Diese Programme waren jedoch von Anfang an umstritten. Kritiker argumentierten, dass die Berücksichtigung der Hautfarbe die Gesellschaft weiterhin in unterschiedliche Gruppen unterteile und spalte.

Der Oberste Gerichtshof, der in den letzten Jahren durch die Ernennungen von Präsident Donald Trump nach rechts gerückt ist, hat nun das Prinzip der „Affirmative Action“ an Hochschulen aufgehoben. Sechs der neun Richter stellen eine konservative Mehrheit. Die linksliberale Verfassungsrichterin Sonia Sotomayor kritisierte die Mehrheitsentscheidung scharf.

Das Urteil hat zu geteilten politischen Reaktionen geführt. Präsident Joe Biden bezeichnete die Entscheidung als schwere Enttäuschung und betonte die Bedeutung von Chancengleichheit. Der ehemalige Präsident Barack Obama erklärte, dass „Affirmative Action“ ihm und seiner Frau Michelle ermöglicht

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