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Enkeltrickrazzia

sergeitokmakov (CC0), Pixabay
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In einer internationalen Zusammenarbeit zur Bekämpfung des Enkeltrickbetrugs haben Ermittlerinnen und Ermittler aus allen 16 Bundesländern Deutschlands, dem Bundeskriminalamt sowie aus Polen, Österreich, der Schweiz, Luxemburg und Europol während der sogenannten „Action Weeks“ vom 27. November bis zum 8. Dezember erfolgreich gegen Betrügerinnen und Betrüger vorgegangen. Dieser Einsatz erfolgte im Auftrag der zuständigen Fachabteilungen der jeweiligen Staatsanwaltschaften.

Die Ermittlerinnen und Ermittler nahmen insgesamt 27 Personen auf frischer Tat fest, die auf verschiedene Weisen in Enkeltrickbetrügereien verwickelt waren. Dank der intensiven Maßnahmen und der täglichen Beteiligung von rund 1.000 Einsatzkräften konnten 74 Enkeltricktaten verhindert und ein Schaden in Höhe von etwa 5 Millionen Euro abgewendet werden.

Die Täter, häufig aus Polen, nutzen vor allem die Verkehrsunfalllegende, um ältere Menschen zu betrügen. Dabei behaupten sie am Telefon, dass ein Familienmitglied einen Autounfall verursacht habe und nur die sofortige Zahlung einer hohen Kaution seine Inhaftierung verhindern könne. In einigen Fällen nutzen die Täter auch Angaben aus Traueranzeigen, um die Legende zu glaubwürdiger zu gestalten.

Die internationale Zusammenarbeit ermöglichte nicht nur die Festnahme von Personen, die für die Logistik und Geldabholung verantwortlich waren, sondern auch von Anruferinnen und Anrufern. Ein Callcenter in einem Vorort von Warschau wurde erfolgreich zerschlagen, und es konnten mehrere Anruferinnen festgenommen werden. In einem Fall allein konnte ein Schaden von etwa 300.000 Euro verhindert werden.

Die Auswertung der sichergestellten Beweismittel sowie weitere Ermittlungen werden zur Aufklärung zahlreicher weiterer Enkeltricktaten in verschiedenen europäischen Ländern führen.

Dieser erfolgreiche Einsatz wurde durch das von der EU geförderte Projekt ISF-LUMEN unterstützt, das sich der europaweiten Bekämpfung des Enkeltrickbetrugs verschrieben hat und unter der Federführung des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg steht.

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