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Elch Emil auf Abwegen – Österreich fragt sich: Wer ist hier eigentlich zuständig?

Maklay62 (CC0), Pixabay
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Ein Elch spaziert durch Niederösterreich – und das Land steht still. Nein, nicht metaphorisch. Die Weststrecke stand wirklich still. Und mittendrin: Elch Emil, der unbeirrte Bahnfan mit Hang zur Gleisromantik.

Am Samstagabend hatte sich Emil in St. Pölten so gemütlich neben die Gleise gelegt, dass Züge auf Stunden ausgebremst wurden. Doch das war erst der Anfang eines possenhaften Behördenballetts: Wer ist eigentlich zuständig, wenn ein Elch lieber Bahn statt Wald wählt?


„Bitte warten – wir fragen gerade alle an“

Laut einem Protokoll, das noe.ORF.at vorliegt, war um 21:37 Uhr klar: Niemand ist erreichbar, der irgendetwas mit Elchen zu tun hat. Keine Amtstierärztin, kein klarer Plan, aber viel Ratlosigkeit.

Um 22:30 Uhr wird die Lage nicht besser, dafür aber kafkaesker: Die Polizei erklärt höflich, man sei nicht zuständig – denn Emil liegt auf ÖBB-Grund. Die ÖBB hingegen besitzt keine elchspezifische Dienstanweisung. Und betäuben? Nur mit Behördenauftrag – den wiederum keiner ausstellen kann. Klassischer Fall von: Emil schläft, Österreich diskutiert.

Drei Jäger waren ebenfalls anwesend, doch auch sie durften nicht eingreifen. Stattdessen: Naturbeobachtung in Echtzeit. Zitat aus dem Bericht: „Die Jäger sehen dem Elch beim Schlafen zu.“ Vielleicht bei der nächsten National Geographic-Doku dabei.


Kein Gesetz für Elch-Gleis-Kuscheln

Juristisch gesehen ist Emil eine Art „Wildlücke“. Laut Philipp Enzinger, Sprecher der niederösterreichischen Bezirkshauptleute, gäbe es „keine rechtliche Grundlage, um einen Elch zu fangen“. Aha. Gut, dass das endlich geklärt ist.

Der Jagdverband sagt: Betäuben nur mit Anordnung. Polizei und Feuerwehr sagen: Nur bei Gefahr. Alle sagen: Eigentlich wollen wir nichts falsch machen. Ergebnis: Emil hatte weiter Ruhe.


Am Ende hilft: Hupen

Die Rettung kam schließlich in Form einer Verschublokomotive mit Licht- und Hupsignalen – also das, was Elche offenbar als sanften Weckdienst empfinden. Emil trottete gemächlich Richtung Norden davon, vermutlich leicht genervt von der nächtlichen Ruhestörung.

Seither ist Emil wieder verschwunden, vielleicht in einer romantischen Beziehung mit einem Oberleitungsmast, vielleicht einfach auf der Suche nach einem ruhigeren Schlafplatz – idealerweise außerhalb der Zuständigkeitsbereiche mehrerer Behörden.


Fazit: Emil 1 – Bürokratie 0

Was bleibt, ist ein Land, das von einem Elch vorgeführt wurde – und ein Behördenapparat, der einmal mehr gelernt hat, dass zwischen Gesetz und Geweih noch viel Raum für Improvisation bleibt.

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