Weite Teile der USA erleben derzeit einen der kältesten Januarabschnitte der letzten Jahre. Von der Arktisluft im Norden über Schneestürme am Eriesee bis hin zu Frost in Florida – das Wetter spielt verrückt. Während sich der Osten auf eine weitere Kältewelle und einen möglichen Schneesturm am Wochenende vorbereitet, genießt der Westen ungewöhnlich milde Temperaturen.
Brutale Kälte im Norden und Nordosten
Laut dem Wetterdienst AccuWeather wird das Wetter in der zweiten Januarhälfte besonders hart: „Die letzten zehn Tage des Monats werden BRUTAL – vom Mittleren Westen bis in die Neuenglandstaaten“, so Meteorologe Ryan Maue auf X (ehemals Twitter).
Im Mittleren Westen und rund um die Großen Seen sorgt ein wiederholter Zustrom arktischer Luftmassen für Höchstwerte im einstelligen Bereich – teilweise sogar unter dem Gefrierpunkt. Die gefühlten Temperaturen erreichen stellenweise minus 35 Grad Celsius. In Minneapolis warnte der Wetterdienst, dass ungeschützte Haut innerhalb von zehn Minuten erfrieren könne.
Schneemassen durch Lake-Effect
Der National Weather Service warnt zudem vor starkem Lake-Effect-Schnee – ein Phänomen, bei dem kalte Luft über die relativ warmen Großen Seen zieht und lokal enorme Schneemengen produziert. Gemeinden im Lee der Seen, insbesondere bei Buffalo, New York, könnten laut Vorhersage bis Mittwochmorgen (21. Januar) zwischen 20 und 30 cm Neuschnee erhalten – mit lokal deutlich höheren Mengen.
„Es ist mit schneebedeckten Straßen, schlechter Sicht und teils unmöglichen Reisebedingungen zu rechnen“, warnte der Wetterdienst.
Schnee in Florida – und das zum zweiten Mal in zwei Jahren
Für Überraschung sorgte ein seltenes Wetterphänomen im Süden: In der Nacht zum 18. Januar fiel im Florida Panhandle Schnee – mit 0,09 Zoll (rund 2,3 Millimeter) wurde in Pensacola offiziell Schneefall gemessen. Bereits im Januar 2025 hatte es in Teilen Floridas bis zu 20 cm Schnee gegeben – das stärkste Ereignis seit dem 19. Jahrhundert.
Zudem wurden für Nord- und Zentralflorida Frostwarnungen ausgesprochen. In der Nacht zum 20. Januar werden Temperaturen unter dem Gefrierpunkt erwartet, mit Windchill-Werten zwischen -4 und -6 Grad Celsius. In vielen Regionen – besonders westlich der I-95 – kann es zur Frostbildung kommen.
Großer Schneesturm erwartet
Meteorologin Alyssa Glenny von AccuWeather warnt vor einem weitreichenden Schneesturm, der sich ab Freitag aus den Rocky Mountains über die Plains bis an die Ostküste bewegen könnte. „Aufgrund der vorherrschenden Kälte sind winterliche Auswirkungen über eine große Fläche zu erwarten“, so Glenny.
Noch ist unklar, welchen genauen Kurs das Tief nehmen wird. Sicher ist jedoch: Von Colorado über Wyoming bis in den mittleren Atlantikraum und an die Küste Neuenglands sollten sich Bewohner auf Schnee und mögliche Eisbildung vorbereiten.
Wärmewelle im Westen
Während im Osten der Winter zuschlägt, genießen Städte im Westen frühlingshaftes Wetter. In Los Angeles, Phoenix und Las Vegas liegen die Tageshöchstwerte deutlich über dem Durchschnitt. In Phoenix werden bis zu 27 Grad Celsius erwartet – Werte, die sonst eher im April üblich sind.
Meteorologe Alex Sosnowski erklärt: „Ein stabiles Hochdruckgebiet sorgt für sonnige, trockene und ungewöhnlich warme Bedingungen über weiten Teilen des Westens und des südwestlichen Kanada.“
Fazit:
Während der Westen in der Sonne badet, kämpfen viele Regionen im Osten mit extremer Kälte, Schneefällen und der Aussicht auf einen weiteren massiven Wintersturm. Der Januar 2026 schreibt sich bereits jetzt als wettertechnisches Extremkapitel in die amerikanischen Geschichtsbücher.
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