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Geiseln in Israel 2025: Zwischen Trauer und Hoffnung – Familien erwarten die Rückkehr ihrer Liebsten

Pix-Off (CC0), Pixabay
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Nach fast zwei Jahren des Schmerzes und der Ungewissheit keimt endlich Hoffnung auf.
Auf dem Geiselplatz (Hostages Square) in Tel Aviv, dem emotionalen Zentrum der israelischen Gesellschaft, versammelten sich am Samstag Hunderte Familien, Freunde und Unterstützer. Sie alle teilen denselben Wunsch: die Rückkehr ihrer entführten Angehörigen aus dem Gazastreifen.

48 Geiseln – darunter 20, von denen angenommen wird, dass sie noch leben – sollen laut dem neuen Waffenstillstandsabkommen zwischen Israel und der Hamas bis Montagmittag freigelassen werden.


Hostages Square: Das Herz der israelischen Trauer und Hoffnung

Seit über 700 Tagen ist der Platz vor der Tel Aviver Bibliothek ein Ort des Schmerzes und der Solidarität.
Dort stehen Zelte, Fotos, Kerzen und gelbe Bänder als Symbole für die Geiseln.
Doch an diesem Samstag liegt in der Luft etwas anderes – eine Mischung aus Freude, Nervosität und tiefem Mitgefühl.

Familien umarmen sich, Kinder verteilen Gebäck, auf Plakaten steht „Taste of Joy“. Fremde werden zu Freunden, Freunde zu Familie. Es ist der erste Tag seit langem, an dem Hoffnung lauter ist als Angst.


Ofir Braslavski: Ein Vater zwischen Angst und Freude

Ofir Braslavski lächelt – zum ersten Mal seit zwei Jahren.
Sein Sohn Rom Braslavski (21) ist einer der Entführten. Nach der Veröffentlichung eines Videos der Palästinensischen Islamischen Dschihad (PIJ) im August, das Rom ausgezehrt und verzweifelt zeigte, erreichte Ofir den Tiefpunkt.

Jetzt, kurz vor der ersehnten Freilassung, sagt er:

„Wir denken an den Kuss, an die Umarmung, an seinen Geruch. Wir wollen nur diesen Moment.“

Er blickt auf den Platz, inmitten der Menge, und wirkt entschlossen:

„Es wird besser. Es muss besser werden.“


Donald Trump und der Waffenstillstand: Politik und Emotionen treffen aufeinander

Während viele Israelis Premierminister Benjamin Netanyahu für das Zögern und die Fortsetzung des Krieges kritisieren, richtet sich an diesem Tag viel Dank an US-Präsident Donald Trump.

Zahlreiche Plakate mit der Aufschrift „Thank you, President Trump“ und amerikanische Flaggen zeigen die Dankbarkeit der Menschen für seine diplomatische Intervention.
Trump soll Netanyahu unter Druck gesetzt haben, den ersten Teil des Waffenstillstands zu akzeptieren – ein Schritt, den viele als entscheidend für die Freilassung der Geiseln ansehen.


Zwischen Freude und Verlust: Begegnung zweier Väter

Inmitten der jubelnden Menge umarmt Ofir Braslavski einen anderen Vater – Michel Illouz.
Dessen Sohn Guy Illouz (26) wurde im Gazastreifen getötet. Trotz seines Schmerzes steht Michel auf dem Platz, um die anderen Familien zu unterstützen.

„Ich bin so stolz, dass ich den Kindern, die überleben, begegnen darf“, sagt er. „Aber gleichzeitig suche ich einen Platz für meine Trauer.“

Zwei Väter – einer, der auf die Rückkehr seines Sohnes wartet, und einer, der dessen Tod verarbeiten muss – teilen denselben Schmerz. Es ist ein Moment tiefster Menschlichkeit, ein Symbol für Israels kollektive Wunde.


Die Schattenseite der Freude: Nicht alle Geiseln kehren zurück

Nicht alle Familien dürfen auf ein Wiedersehen hoffen.
Premier Netanyahu erklärte am Freitag erstmals öffentlich, dass nicht alle verstorbenen Geiseln gefunden oder zurückgebracht werden könnten.
Die Hamas habe offenbar Schwierigkeiten, die sterblichen Überreste von 28 Geiseln zu lokalisieren.

Für Angehörige wie Illouz bedeutet das: selbst der Schmerz hat noch kein Ende gefunden.


Simcha Cohen: Zwischen persönlichem Verlust und Mitgefühl

Unter den Anwesenden ist auch Simcha Cohen, eine Mutter, die ihren Sohn vor Jahren durch Suizid verlor.
Heute unterstützt sie andere trauernde Eltern im Rahmen einer NGO.

„Ich bin noch nicht glücklich“, sagt sie leise. „Vielleicht morgen, wenn sie nach Hause kommen.“

Neben ihr hängt das Foto von Roi Shalev, der am Vortag Suizid beging – ein weiteres Opfer der psychischen Belastung der letzten zwei Jahre.
Cohens Anwesenheit erinnert daran, dass die Rückkehr der Geiseln nicht das Ende des Schmerzes bedeutet, sondern den Beginn der Heilung.


Ofer Kalderon: Eine Familie, die trotz Befreiung weiterkämpft

Auch die Familie Kalderon ist anwesend.
Ofer Kalderon, der im Oktober 2023 aus dem Kibbuz Nir Oz entführt und im Februar freigelassen wurde, gilt als Symbol der Hoffnung.

Seine Schwägerin Sharon sagt:

„Wir haben die Unterstützung dieser Familien gespürt, als Ofer zurückkam. Jetzt sind wir hier, um sie zu unterstützen, bis der Letzte frei ist.“

Ihre Worte spiegeln den Geist des gesamten Platzes wider: „Wir warten, wir warten, wir warten.“


Fazit: Ein Land zwischen Schmerz und Hoffnung

Der Moment der Geiselfreilassung markiert für Israel mehr als ein politisches Ereignis – er ist ein nationales und emotionales Beben.
Zwischen Trauer, Freude und kollektiver Erleichterung zeigt sich die Widerstandskraft eines Volkes, das seit zwei Jahren im Ausnahmezustand lebt.

Die Freilassung bringt keine vollständige Heilung, doch sie schenkt Israel das, was es am meisten braucht: Hoffnung.


FAQs zu Geiseln in Israel 2025

1. Wie viele Geiseln sollen freigelassen werden?
In der ersten Phase sind 48 Geiseln vorgesehen, von denen etwa 20 noch leben sollen.

2. Wer vermittelt den Waffenstillstand?
US-Präsident Donald Trump spielte eine Schlüsselrolle in den Verhandlungen zwischen Israel und der Hamas.

3. Wann soll die Freilassung stattfinden?
Bis Montagmittag sollen die ersten Geiseln übergeben werden.

4. Warum ist Hostages Square so wichtig?
Der Platz in Tel Aviv ist seit über 700 Tagen das Zentrum der Solidarität und des Protests der Geiselfamilien.

5. Gibt es Zweifel an der Rückkehr aller Geiseln?
Ja. Die israelische Regierung bestätigte, dass einige sterbliche Überreste möglicherweise nicht gefunden werden können.

6. Wird der Waffenstillstand halten?
Unklar – die zweite Phase umfasst komplexe Themen wie Entwaffnung der Hamas und den israelischen Rückzug aus Gaza.

 

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