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Ein Jahr Trump – und die Welt schaut mit Sorge: Was bleibt vom globalen Eindruck?

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Ein Jahr ist vergangen, seit Donald Trump zum zweiten Mal ins Weiße Haus zurückgekehrt ist – und schon jetzt wirkt die Weltordnung verändert. Während der 45. und 47. Präsident der Vereinigten Staaten im Inland auf seine Kernwählerschaft setzt, wird international vor allem eines registriert: Verunsicherung, Konfrontation und ein rasanter Rückzug Amerikas aus seiner traditionellen Führungsrolle.

Was bleibt nach zwölf Monaten „America First – Reloaded“? Ein Blick auf die globale Bühne zeigt: Für viele Länder ist Trump heute weniger ein politischer Akteur als ein geopolitischer Störfaktor.

Europa: Zwischen Trotz, Anpassung und strategischer Distanz

Besonders in Europa ist der Ton rauer geworden. Die transatlantischen Beziehungen, lange Zeit das Rückgrat der westlichen Sicherheitsarchitektur, haben unter Trump II deutlich gelitten. Seine Zölle gegen europäische NATO-Partner, die Drohungen gegen Dänemark wegen Grönland, und die wiederholten Infragestellungen von Artikel 5 (Beistandspflicht) haben tiefe Spuren hinterlassen.

Während Politiker wie Emmanuel Macron und Keir Starmer versuchen, Geschlossenheit zu demonstrieren, wächst die Einsicht: Auf die USA unter Trump ist strategisch kaum noch Verlass. Europa steht unter Druck, militärisch wie wirtschaftlich eigenständiger zu werden – ein Prozess, der schmerzhaft, aber langfristig unumgänglich sein dürfte.

Asien: Vorsichtiger Pragmatismus

In Asien wird Trump oft nüchterner betrachtet. Länder wie Japan oder Südkorea setzen weiterhin auf enge Kooperation mit Washington, wenn auch zunehmend vorsichtig. Chinas Führung hingegen nutzt das amerikanische Vakuum, um sich als verlässlichere Ordnungsmacht in der Region zu präsentieren. Trumps gelegentliche Drohungen gegen Peking wegen Taiwan oder Handelsfragen werden genau registriert, aber nicht überbewertet: In Beijing glaubt man, dass Trumps außenpolitische Linie vor allem innenpolitisch motiviert ist – laut, unberechenbar, aber letztlich kalkulierbar.

Nahost: Neue Allianzen, alte Konflikte

Im Nahen Osten setzt Trump seine altbekannte Linie fort: enge Unterstützung Israels, harte Rhetorik gegen den Iran, sowie wirtschaftlicher Druck statt langfristiger Diplomatie. Sein Vorstoß zur Stabilisierung Gazas stößt auf Skepsis, weil viele Staaten Zweifel an der Nachhaltigkeit amerikanischer Engagements haben. Dennoch bleiben einige Golfstaaten eng an Washington gebunden – nicht zuletzt aus Misstrauen gegenüber anderen regionalen Mächten.

Afrika & Lateinamerika: Kaum noch ein Faktor

Viele Länder im globalen Süden sehen die USA unter Trump kaum noch als Partner, sondern als entfernte Supermacht mit geringem Interesse an Entwicklungsfragen oder multilateraler Zusammenarbeit. In Lateinamerika beobachten manche mit Besorgnis den autoritären Ton Trumps, in anderen Teilen mit einer gewissen klammheimlichen Bewunderung – als Modell für eigene Populisten.

Image Amerikas: Geteilt wie nie

Eines ist weltweit klar: Die Vereinigten Staaten unter Trump sind keine moralische Instanz mehr. Ihr Ruf als Garant für Demokratie, Menschenrechte oder offene Märkte hat schwer gelitten. Stattdessen überwiegen Schlagworte wie Unberechenbarkeit, Nationalismus und Machtpolitik.

Zugleich bleibt Amerikas wirtschaftliche und militärische Macht immens – doch das Vertrauen in ihre Führung ist erodiert. In vielen Ländern wächst die Überzeugung: Man muss sich auf eine multipolare Welt einstellen, in der die USA zwar laut, aber nicht länger verlässlich agieren.

Fazit: Ein Jahr der Entfremdung

Nach einem Jahr Trump ist die Welt nicht im Chaos versunken – aber sie ist unruhiger, gespaltener und misstrauischer geworden. Der Eindruck von außen: Die USA sind unter Trump weniger Partner als Risiko, weniger Führungsmacht als Ego-Projekt. Was bleibt, ist das Gefühl, dass internationale Ordnung nicht mehr von Washington aus verteidigt, sondern bestenfalls ignoriert – und schlimmstenfalls aktiv untergraben wird.

Ob sich dieses Bild in den verbleibenden drei Jahren korrigieren lässt, bleibt fraglich.

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