Startseite Allgemeines „Ein Hurrikan zieht auf“ – Kuba bereitet sich auf den Ernstfall vor, während die USA den Ölhahn zudrehen
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„Ein Hurrikan zieht auf“ – Kuba bereitet sich auf den Ernstfall vor, während die USA den Ölhahn zudrehen

jorono (CC0), Pixabay
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Die Spannungen zwischen den USA und Kuba haben einen neuen Höhepunkt erreicht. Während Washington den Ölfluss zur Insel quasi abdreht, bereitet sich die kubanische Führung auf das Schlimmste vor – und spricht offen von Krieg.

„Packen Sie Ihre Koffer, wenn Sie es noch nicht getan haben“, soll Mike Hammer, der US-Chef-Diplomat in Havanna, bei einem internen Treffen gesagt haben. Gemeint war nicht etwa ein geplanter Urlaub, sondern eine eindringliche Warnung vor einer möglichen Eskalation der Lage – die Rede ist vom schwerwiegendsten US-Kuba-Konflikt seit der Raketenkrise von 1962.

Die USA haben nach einem Militäreinsatz in Caracas, bei dem 32 kubanische Militärs getötet und Venezuelas Präsident Maduro gefasst wurde, den Druck auf Havanna massiv erhöht. Kuba verliert dadurch nicht nur seinen wichtigsten Verbündeten, sondern auch einen Drittel seiner Ölversorgung.

Weniger Strom, mehr Unsicherheit

Die Auswirkungen sind bereits im Alltag spürbar: Stromausfälle, lange Schlangen an Tankstellen, leere Regale. „Cuba is ready to fall“, verkündete Donald Trump siegessicher nach dem Schlag gegen Caracas. Die Realität ist komplexer – aber fraglos dramatisch.

Für viele Kubaner, die seit Jahrzehnten mit wirtschaftlichen Engpässen leben, ist die aktuelle Krise dennoch neu in ihrer Heftigkeit. Ganze Stadtteile Havannas liegen nachts im Dunkeln. Selbst staatliche Radiosender müssen mangels Treibstoff den Betrieb einstellen. Ein Arzt erzählt, er habe 29 Tage auf Benzin gewartet – heute zahlt man an Dollar-Tankstellen 52 US-Dollar für einen Tankfüllung, fast ein Monatslohn.

US-Druck steigt – Kuba hält dagegen

Laut Berichten denkt das Weiße Haus gar über eine Seeblockade nach – die erste seit 1962. Kubas Spitzendiplomat Carlos Fernández de Cossío nennt das einen „brutalen Akt gegen ein friedliches Volk“. Doch das strategische Ziel der Trump-Regierung scheint klar: Das kommunistische Regime soll stürzen.

Die kubanische Antwort: Kriegsübungen im Fernsehen, Aufrufe zur „landesweiten Verteidigung“, patriotische Massenveranstaltungen – trotz Treibstoffmangel. Präsident Miguel Díaz-Canel spricht von einem hohen Preis, den ein Angreifer zahlen müsste.

Viele Menschen auf der Insel begegnen der Lage mit Sarkasmus – oder Resignation. Ein Kubaner witzelt bitter: „Was ist der Unterschied zwischen Kuba und der Titanic? Die Titanic hatte wenigstens noch Licht, als sie unterging.“

Ein Konflikt ohne Krieg – aber mit Opfern

Offiziell ist kein Krieg erklärt, aber es gibt Tote: Die 32 in Venezuela gefallenen Kubaner wurden mit großem Staatszeremoniell empfangen. Zehntausende Schüler und Arbeiter wurden herangekarrt, um auf dem Platz der Revolution ihre Ehre zu erweisen – trotz Spritmangel und ausgedünntem Nahverkehr.

Viele in der Menge wirkten eher gleichgültig. Doch andere, wie die ältere Dame Iliana, äußerten sich kämpferisch: „Wenn sie uns angreifen, kämpfen wir mit allem, was wir haben. Und wenn wir keine Waffen haben, werfen wir Steine.“

Fazit: Die Nerven liegen blank – auf beiden Seiten

Der politische Kurs ist klar: Die USA wollen den Druck weiter erhöhen, Kuba rückt zusammen. Doch der Preis dafür ist hoch – für eine Bevölkerung, die ohnehin mit existenziellen Problemen kämpft. Und für eine Region, die den Kalten Krieg längst hinter sich geglaubt hatte.

Was bleibt, ist die Hoffnung, dass aus Worten keine Taten werden – denn der nächste Funke könnte reichen, um das Pulverfass zu entzünden.

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