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Ein glanzloser Sieg – und die Nationalelf feiert sich selbst

aescdtle_art (CC0), Pixabay
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Deutschland hat gewonnen. Ja, wirklich. Und trotzdem fühlt es sich an, als hätte man gegen Nordirland nicht gespielt, sondern sich mit sich selbst geprügelt – und am Ende gerade so die Oberhand behalten. Nach dem 0:2-Debakel gegen die Slowakei taumelt die DFB-Elf also weiter durch die WM-Qualifikation – diesmal immerhin mit einem 3:1 gegen einen Gegner, dessen größter Trumpf der Name seines Torwarts war: Bailey Peacock-Farrell. Und der war über weite Strecken auch noch der beste Mann auf dem Platz.

Während Spanien und Belgien in Torlaune durch ihre Gruppen pflügen, würgt sich Deutschland mit Ach und Krach zum ersten Pflichtsieg – gegen ein Team, das in der FIFA-Weltrangliste unter „ferner liefen“ auftaucht. Von Souveränität keine Spur, von Spielfreude ebenso wenig. Aber Hauptsache: „Drei Punkte!“ Das ist inzwischen das neue „Wir haben unser Bestes gegeben“.

Nordirland als Prüfstein für den Weltmeister von gestern

Mit fünf Änderungen in der Startelf wollte man offenbar auf das Desaster von Bratislava reagieren. Heraus kam eine Elf, die defensiv wackelte wie ein Ikea-Regal ohne Anleitung und offensiv bestenfalls phasenweise an internationales Niveau erinnerte. Serge Gnabry sorgte früh für Hoffnung (7.), danach war Schluss mit Glanz. Stattdessen: Krampf, Passivität und ein verdienter Ausgleich durch Isaac Price – per Volley unter die Latte, weil die deutsche Abwehr kollektiv geistig im Mittelkreis stand.

Dass es am Ende dennoch zum Sieg reichte, verdankt man weniger der deutschen Klasse als der mangelnden Tiefe der nordirischen Bank. Wirtz und Amiri machten in der Schlussphase das, was man früher „das Nötigste“ genannt hätte. Kein Feuerwerk, kein Statement – ein Arbeitssieg mit viel Staub und wenig Würde.

Europa zeigt, wie’s geht – nur Deutschland stottert

Während Spanien in der Türkei mit einem 6:0-Wirbelsturm durch Konya fegt und Belgien Kasachstan zum Kanonenfutter macht, spielt Deutschland Fußball wie aus der Bedienungsanleitung eines Geschirrspülers: technisch, umständlich, emotionslos. Und auch die Niederlande retten sich dank Memphis Depay zu einem 3:2 in Litauen – immerhin mit Rekord. Bei uns hingegen wirkt selbst die Torfreude wie ein Akt staatlicher Pflichtübung.

Fazit: Sieg ja, Hoffnung nein

Deutschland hat gewonnen – doch der Preis dafür ist hoch: eine Nationalmannschaft, die sich in Trägheit übt, ein Trainerstab, der verzweifelt rotiert, und Fans, die nicht wissen, ob sie lachen oder weinen sollen. Der Blick nach Kanada, Mexiko und die USA wirkt wie ein Blick auf einen anderen Planeten. Denn dorthin soll es ja 2026 gehen – zur WM. Nur mit welchem Selbstverständnis?

Was bleibt, ist ein Sieg ohne Glanz, ohne Botschaft und ohne Vision. Und wenn es das ist, was heute als Erfolg verkauft wird, dann Gute Nacht, Fußballnation Deutschland.


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