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Ehemaliger Olympia-Snowboarder und FBI-Top-Fahndungsziel Ryan Wedding festgenommen

RichardBarboza (CC0), Pixabay
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Ein ehemaliger kanadischer Olympia-Snowboarder, der laut Ermittlern zu den größten Kokainhändlern Nordamerikas zählte, ist festgenommen worden und befindet sich inzwischen in US-Gewahrsam. Ryan Wedding, einst Teilnehmer der Olympischen Winterspiele 2002, stand auf der Liste der „Ten Most Wanted“ des FBI – mit einer Belohnung von bis zu 15 Millionen US-Dollar für Hinweise zu seiner Ergreifung.

Wedding wurde wegen des Verdachts festgenommen, ein internationales Drogenkartell betrieben und mehrere Auftragsmorde sowie einen Mordversuch organisiert zu haben. Seine mutmaßlichen Aktivitäten erstreckten sich über die USA, Kanada, Mexiko und Kolumbien.

Festnahme in Mexiko nach jahrelanger Flucht

Mexikos Sicherheitsminister Omar García Harfuch teilte mit, Wedding habe sich freiwillig bei der US-Botschaft in Mexiko gestellt. Anschließend wurde er an die US-Behörden übergeben. FBI-Direktor Kash Patel bestätigte, dass Wedding am Donnerstagabend in Mexiko festgenommen und am Freitag in die USA ausgeflogen wurde.

Ermittler gehen davon aus, dass sich Wedding über ein Jahrzehnt lang in Mexiko aufhielt, wo er unter dem Schutz des Sinaloa-Kartells gearbeitet haben soll. Demnach war er maßgeblich an der Organisation von Kokainlieferungen aus Kolumbien in die USA und nach Kanada beteiligt. Das US-Justizministerium schätzt die jährlichen Erlöse seines Netzwerks auf über eine Milliarde Dollar.

„Moderner Escobar“

Bei einer Pressekonferenz in Kalifornien bezeichnete FBI-Direktor Patel Wedding als einen „Escobar der Neuzeit“. Im Zuge der Festnahme beschlagnahmten die Behörden Waffen, Luxusfahrzeuge, Kunstwerke und weitere Vermögenswerte. Wedding soll spätestens am Montag erstmals vor einem US-Bundesgericht erscheinen.

Die US-Behörden betonten, die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen. Weitere mutmaßliche Mitglieder des Netzwerks würden weiterhin gesucht.

Vom Olympioniken zum Drogenboss

Ryan Wedding hatte für Team Kanada bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City im Parallel-Riesenslalom teilgenommen und dort Platz 24 belegt. Doch bereits Jahre später geriet er ins Visier der US-Justiz.

2008 wurde Wedding in Kalifornien erstmals wegen Kokainhandels festgenommen. In einem Undercover-Einsatz hatten FBI-Agenten ihn und zwei Komplizen beim Versuch ertappt, größere Mengen Kokain zu erwerben. Während seine Mitangeklagten geständig waren, ging Wedding vor Gericht – und wurde 2009 verurteilt. 2010 trat er eine vierjährige Haftstrafe an.

Nach seiner Entlassung soll er ab 2011 den Aufbau eines weit verzweigten kriminellen Netzwerks begonnen haben. Eine neue Anklageschrift aus dem Oktober 2024 wirft ihm nun unter anderem vor, mehrere Morde in Auftrag gegeben zu haben – darunter die Tötung zweier Familienmitglieder in Kanada im November 2023 sowie einen weiteren Mordauftrag im Mai 2024 im Zusammenhang mit Drogenschulden.

Internationale Zusammenarbeit als Schlüssel

Die US-Behörden lobten ausdrücklich die enge Zusammenarbeit mit Mexiko bei der Festnahme. „Dieser Erfolg ist das Ergebnis intensiver internationaler Kooperation“, erklärte FBI-Direktor Patel.

Mit Weddings Festnahme hat das FBI nach eigenen Angaben innerhalb eines Jahres sechs der zehn meistgesuchten Flüchtigen gefasst – ein ungewöhnlich hoher Wert.

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