Der Essener Energiekonzern E.ON zieht sich aus dem Gasverteilgeschäft in der Tschechischen Republik zurück. Wie das Unternehmen mitteilte, hat E.ON eine Vereinbarung über den Verkauf seiner Tochtergesellschaft Gas Distribution an die zum tschechischen Energieriesen CEZ-Gruppe gehörende Firma GasNet unterzeichnet.
Umfang des Geschäfts
Die verkaufte Einheit betreibt ein regional verteiltes Gasnetz von rund 4.600 Kilometern Länge. Mit dem Schritt verabschiedet sich E.ON von einem wichtigen, aber vergleichsweise klassischen Infrastrukturbereich. Der Fokus soll künftig stärker auf erneuerbaren Energien und Stromnetzen liegen.
Strategie: Grüner Umbau statt Gas
E.ON-Vorstand Thomas König, zuständig für Energy Networks, erklärte, der Verkauf ermögliche es, die Rolle von E.ON als „Spielmacher der grünen Transformation Europas“ weiter auszubauen. Der Konzern wolle die freiwerdenden Mittel nutzen, um in Netzinfrastruktur für erneuerbare Energien, Digitalisierung und Wachstumsfelder wie Elektromobilität zu investieren.
Käufer CEZ stärkt Marktposition
Für GasNet und damit die CEZ-Gruppe bedeutet der Deal eine deutliche Stärkung im Gasgeschäft. Das Unternehmen baut seine Position als führender Betreiber von Gasnetzen in Tschechien aus und sichert sich langfristig Zugang zu wichtigen Infrastrukturen.
Einordnung
Der Verkauf zeigt einmal mehr, wie große europäische Energiekonzerne ihre Portfolios schrittweise von fossilen Energien auf erneuerbare Strukturen umstellen. Während E.ON seine Rolle als Strom- und Netzspezialist festigt, setzt CEZ weiterhin auch auf Gas – wenngleich in einer Übergangsphase, in der viele Länder ihre Energieversorgung umbauen müssen.
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