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Dumm gelaufen

geralt (CC0), Pixabay
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In einer Wendung, die selbst die kühnsten Drehbuchautoren Hollywoods vor Neid erblassen lassen würde, hat sich ein Mann aus Kentucky einen Platz in den Annalen der kreativsten Unterhaltsvermeidungsstrategien gesichert. Der 39-jährige Jesse Kipf, offenbar ein moderner digitaler Houdini, beschloss, dass der Tod – zumindest auf dem Papier – eine attraktive Alternative zur Erfüllung seiner finanziellen Verpflichtungen sei.

In einem Akt von bemerkenswerter Kühnheit und fragwürdiger Genialität hackte sich Kipf in das hawaiianische Sterberegister ein – weil offensichtlich Kentucky nicht exotisch genug für seinen vorgetäuschten Abgang war. Mit der Präzision eines Chirurgen und der Fantasie eines Romanautors legte er einen Eintrag für seinen eigenen Tod an, vermutlich in der Hoffnung, dass die Nachricht seines vorzeitigen Ablebens bis zu seinen Gläubigern vordringen würde.

Doch wie es so oft bei Plänen der Fall ist, die zu clever für ihr eigenes Wohl sind, flog Kipfs digitaler Totentanz auf. Die Behörden, offenbar weniger beeindruckt von seinen Hackerkünsten als vielmehr erzürnt über seinen kreativen Umgang mit der Wahrheit, machten kurzen Prozess. Der selbsternannte digitale Lazarus fand sich schnell vor Gericht wieder, wo ihm Computerbetrug und schwerer Identitätsdiebstahl vorgeworfen wurden – Anklagepunkte, die vermutlich nicht auf seiner Bucket List standen.

Das Gericht, dem der Sinn für Kipfs makabren Humor fehlte, verurteilte ihn zu mehr als sechs Jahren Haft. Eine Strafe, die sicherlich genug Zeit bietet, um über die Vor- und Nachteile des Lebendseins nachzudenken.

Diese Geschichte ist nicht nur ein warnendes Beispiel für all jene, die glauben, dass der digitale Tod eine Abkürzung zur finanziellen Freiheit sei, sondern auch eine surreale Erinnerung daran, dass die Realität manchmal die Fiktion übertrifft. In einer Welt, in der „Ich bin tot“ offenbar keine ausreichende Entschuldigung mehr für das Nichtbezahlen von Rechnungen ist, bleibt uns nur zu hoffen, dass Kipf seine neu gewonnene Freizeit hinter Gittern nutzt, um über innovativere – und vor allem legalere – Wege nachzudenken, seine Finanzen zu regeln.

Vielleicht sollte er in Erwägung ziehen, seine offensichtlichen technischen Fähigkeiten in Zukunft für weniger kriminelle Unternehmungen einzusetzen. Wer weiß, mit etwas Glück und guter Führung könnte er eines Tages als IT-Sicherheitsberater für Sterberegister enden – vorausgesetzt natürlich, er überlebt seine Haftstrafe nicht nur metaphorisch.

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