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Drohnenabstürze in Estland und Lettland sorgen für Alarm an der Nato-Ostflanke

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Binnen weniger Stunden sind in Estland und Lettland zwei Drohnen abgestürzt, nachdem sie aus Richtung Russland in den Luftraum der baltischen Staaten eingedrungen waren. Die Vorfälle nahe der Ostgrenze der beiden EU- und Nato-Mitglieder werden nun untersucht. Noch ist unklar, ob es sich um russische oder ukrainische Drohnen handelt.

In den baltischen Staaten wächst erneut die Sorge über die Folgen des Kriegs in der Ukraine: Sowohl in Estland als auch in Lettland stürzte in der Nacht jeweils eine Drohne ab, nachdem sie zuvor aus russischer Richtung in den Luftraum eingedrungen war. Die Behörden in Tallinn und Riga bestätigten die Vorfälle am Mittwochvormittag. Militär und Sicherheitskräfte sicherten die Absturzstellen und sammelten Trümmerteile für weitere Untersuchungen.

Nach bisherigen Angaben bestand keine Gefahr für die Bevölkerung. Auch die Herkunft der Drohnen ist bislang nicht abschließend geklärt. Die Behörden schließen derzeit weder eine russische noch eine ukrainische Zuordnung aus. Die Zwischenfälle ereigneten sich zu einem Zeitpunkt, als die Ukraine nach Berichten mit zahlreichen Drohnen russische Ziele am Finnischen Meerbusen attackierte.

Drohne trifft Kamin eines estnischen Kraftwerks

In Estland schlug das unbemannte Fluggerät gegen 3.43 Uhr Ortszeit am Kraftwerk Auvere im Bezirk Ida-Virumaa ein. Getroffen wurde nach Angaben der estnischen Sicherheitspolizei der Kamin der Anlage. Verletzt wurde niemand, auch die Stromversorgung blieb unbeschädigt.

Die estnische Generalstaatsanwaltschaft teilte mit, nach aktuellem Stand gebe es keine Hinweise darauf, dass die Drohne gezielt auf Estland oder das Kraftwerk ausgerichtet war. Dennoch reagierte die Regierung umgehend und berief eine Sondersitzung des Kabinetts ein.

Drohne explodiert in Lettland nahe der Grenze

Auch in Lettland registrierte das Militär einen Zwischenfall. Ein Sprecher erklärte im Fernsehen, dass um 2.19 Uhr Ortszeit ein unbekanntes Flugobjekt per Radar erfasst worden sei, das sich der lettischen Grenze näherte und diese schließlich überflog.

Rund 20 Minuten später explodierte die Drohne in der Nähe des Dorfes Dobricina in der Gemeinde Kraslava – noch bevor alarmierte Luftstreitkräfte eingreifen konnten.

Bereits zuvor war laut Militär gegen 0.50 Uhr Ortszeit ein weiteres Objekt von belarussischer Seite in den lettischen Luftraum eingedrungen, hatte eine leichte Kursänderung vollzogen und war anschließend wieder in den russischen Luftraum geflogen.

Nach Einschätzung des Sprechers könnten die unbemannten Fluggeräte vom Kurs abgekommen oder durch elektronische Gegenmaßnahmen fehlgeleitet worden sein.

Nicht der erste Vorfall im Baltikum

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine dringen immer wieder Drohnen in den Luftraum der an Russland grenzenden baltischen Staaten ein. Der zunehmende Drohnenkrieg zwischen Russland und der Ukraine macht längst nicht mehr an den Landesgrenzen halt.

Erst in der Nacht auf Montag war in Litauen eine mutmaßlich fehlgeleitete ukrainische Drohne abgestürzt. Ähnliche Zwischenfälle hatte es in den vergangenen Monaten auch in Polen, Rumänien und Moldau gegeben.

Litauens Verteidigungsminister Robertas Kaunas machte Russland für die jüngsten Ereignisse verantwortlich. Auf Facebook schrieb er, der vom „Aggressor Russland“ ausgelöste Krieg habe dazu geführt, dass innerhalb von nur 48 Stunden Drohnen auf dem Gebiet aller drei baltischen Staaten abgestürzt seien. Zugleich warnte er, dass die Vorfälle zeigten, wie groß die Herausforderungen für die Luftverteidigung in Litauen und der gesamten Nato weiterhin seien.

Krieg rückt näher an die Nato-Grenze

Die neuen Zwischenfälle verdeutlichen einmal mehr, wie stark der Krieg in der Ukraine inzwischen auch die unmittelbaren Nachbarstaaten erfasst. Was als militärische Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine begann, entwickelt sich für die baltischen Staaten zunehmend zu einem Sicherheitsrisiko direkt vor der eigenen Haustür.

Ob technische Fehlfunktion, elektronische Störung oder ein gezielter Vorstoß:
Die genaue Herkunft der Drohnen ist noch offen. Politisch aber ist die Botschaft bereits angekommen – der Krieg rückt weiter an die Nato-Ostflanke heran.


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