Bei der laufenden US-Operation mit dem Namen „Operation Epic Fury“ sind nach Angaben des US-Regionalkommandos CENTCOM bis Sonntagmorgen drei US-Angehörige der Streitkräfte im Einsatz gefallen. Fünf weitere seien „schwer verletzt“ worden. Mehrere andere hätten leichtere Verletzungen durch Splitter oder Gehirnerschütterungen erlitten und würden schrittweise wieder in den Dienst zurückkehren.
CENTCOM teilte mit, die Kampfhandlungen dauerten an, die US-Reaktion laufe weiter, und die Situation sei „dynamisch“. Aus Rücksicht auf die Angehörigen würden weitere Details sowie die Namen der Getöteten erst mindestens 24 Stunden nach Benachrichtigung der Familien veröffentlicht. Unklar blieb zunächst, unter welchen Umständen die Soldaten starben. In den vergangenen Stunden hatte der Iran als Reaktion auf US- und israelische Angriffe wiederholt US-Stützpunkte in der Region ins Visier genommen. Präsident Donald Trump hatte zuvor öffentlich gewarnt, dass es bei der Operation zu Todesfällen unter US-Soldaten kommen könne.
Streit in den USA: War Powers Act und Rolle des Kongresses
In den USA sorgt der Einsatz innenpolitisch für heftige Debatten. Der demokratische Senator John Fetterman verteidigte die Angriffe und erklärte, es handele sich nicht um einen „illegalen Krieg“. Nach seiner Darstellung sei das War Powers Act bislang nicht verletzt worden. Gleichzeitig betonte er, seine Unterstützung sei nicht grenzenlos.
Andere Politiker – auch aus Fettermans eigener Partei sowie einzelne Republikaner – kritisieren hingegen, dass militärische Aktionen dieses Ausmaßes nicht ohne ausdrückliche Zustimmung des Kongresses erfolgen sollten. Juristen äußern sich zudem skeptisch zur verfassungsrechtlichen Grundlage neuer Militärschläge ohne parlamentarisches Mandat.
Der demokratische Senator Chris Coons sagte, er könne zwar nachvollziehen, dass Trump „hoch pokere“, halte den Zeitpunkt aber für falsch. Aus seiner Sicht hätte die Diplomatie mehr Chancen bekommen müssen. Zudem warnte er, ein erklärtes Ziel wie Regimewechsel sei äußerst ambitioniert und könne die Lage weiter eskalieren.
Iran: Neuer oberster Führer „in ein bis zwei Tagen“ möglich
Irans Außenminister Abbas Araghchi sagte in einem Interview, ein neuer oberster Führer könne innerhalb eines oder zweier Tage bestimmt werden. Er verwies darauf, dass staatliche Institutionen weiter arbeiteten und es verfassungsmäßige Verfahren gebe.
Zugleich erklärte Araghchi, der Iran habe derzeit nicht die Absicht, die Straße von Hormus zu schließen, und wolle die Schifffahrt „zum jetzigen Zeitpunkt“ nicht zusätzlich stören. Dennoch ist der Verkehr durch die Meerenge stark eingebrochen; mehrere Vorfälle mit Angriffen auf Tanker wurden gemeldet.
Iranische Gegenangriffe treffen mehrere Staaten – Tote in Israel
Iranische Vergeltungsschläge haben in den vergangenen Stunden mehrere Länder der Region erfasst. Berichtet wurde unter anderem von Angriffen bzw. Schäden in Israel, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain, Oman, Katar, Irak und Kuwait.
Besonders schwer traf es Israel: In Beit Shemesh nahe Jerusalem kam es nach Angaben der Rettungskräfte zu einem direkten Raketentreffer auf ein Wohngebäude, dabei seien neun Menschen getötet und fast 30 verletzt worden, darunter zwei schwer. Israels Behörden warnten erneut, dass die Luftabwehr nicht jedes Geschoss abfangen könne.
Hormus: Reedereien stoppen Passage – Handel unter Druck
Die Sicherheitslage wirkt sich zunehmend auf die Weltwirtschaft aus. Die dänische Reederei Maersk teilte mit, sie setze alle Durchfahrten durch die Straße von Hormus bis auf Weiteres aus. Auch die Reederei MSC wies Schiffe an, sich in Sicherheitszonen zu begeben. Analysten sprechen von einem massiven Rückgang des Schiffsverkehrs; viele Schiffe hätten umgedreht, gestoppt oder Umwege gewählt.
Trump reagiert auf Videos von Jubel
Trump sagte in einem Telefoninterview, er habe Aufnahmen von Jubel auf den Straßen im Iran nach der Nachricht vom Tod des obersten Führers gesehen und nannte das „fantastisch“. Auch in den USA gab es öffentliche Reaktionen – von Zustimmung bis Protest.
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